Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:7
- S.31
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung
Nummer 26 / 1. Jahrgang
Redaktionelte Einsendungen und Anfragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Donnerstag, 19. Juli 1945
Beim Empfang in der Hofburg führte General Bethouart aus:
„Als die Kapitulation der deutschen Armee vom 6. Mai d. J. den siegreichen Vormarsch der Truppen der 1. französischen Armee beendete, die den rechten Flügel der alliierten Armeen bildete. hatten diese Truppen den Rhein und die Donau soeben nacheinander überschritten. Unter meinem Befehl drangen sie nach Vorarlberg ein und erreichten St. Anton. Zwei Monate später haben sich auf Grund der Abmachungen zwischen den Allierten meine Truppen neuer
General de Gaulle der französische Regierungschef
die Eenturungen des heren deneem Gerfbäder
dings in Marsch gesetzt. Sie sind gekommen, um im Lande Tirol die uns verbündeten Amerikaner abzulösen.
So endet dieser neue Versuch des Strebens nach Weltherrschaft durch Macht und Gewalttätigkeit, den das nationalsozialistische System, die Schöpfung Hitlers, unternommen hatte. Wie alle ähnlichen Versuche, hat auch dieser die Kräfte der Welt gegen ssich vereint. Er endet in einem Zusammenbruch, nachdem er Trümmer und Verbrechen in einem Ausmaße angehäuft hat, wie es die Welt noch nicht kannte. Auch Sie in
Die erste Begegnung
Der mit so großer Spannung erwartete Tag der ersten Begegnung zwischen dem höchsten Würdenträger der Besatzungsmacht und dem Tiroler Volke glich der Feier einer Grundsteinlegung. In klaren Umrissen zeichnet die Proklamation General Bethouarts den Bauplan, der für die Wiederherstellung des freien, unabhängigen Österreich maßgebend sein muß. Wir vernehmen aus ihr die wohlmeinende Stimme eines ehrlichen Freundes, dem unsere Angelegenheiten vertraut sind und der sich entschlossen hat, ihnen seine sorgliche Aufmerksamkeit zuzuwenden. Wer die Proklamation genauer liest, findet in ihr den Beweis, daß die Vereinigten Nationen und vor allem Frankreich, das in deren Auftrag bei uns zu handeln hat, die Gestalt der Sorgen und Nöte, der Bedürfnisse wie der Schwierigkeiten, die es in Österreich und in unserem Lande
zu lösen gibt, genau kennen. Diese eingehende Kenntnis der Lage gestattet auch die zielführenden Mittel anzuwenden. Die Rede, mit der General Bethouart die Verlesung seiner Proklamation einleitete, verwies auf das dringendste Problem unserer wirtschaftlichen Wiederaufrichtung, auf die Wiederherstellung des zum Atmen und Leben unentbehrlichen Wirtschaftsverkehrs.
General Bethouart liebt die echt soldatische Offenheit. In dieser Art berührte er die Frage der Verantwortlichkeit österreichs an dem Kriege. Er unterscheidet scharf zwischen jenen österreichern, die sich dem Nazismus widersetzt haben, und jenen, die dem Anschluß stürmisch zujubelten. „Dafür müssen Sie jetzt die Lasten tragen!“ Mögen sich insbesondere jene österreicher dieses. Wort einprägen, die sich durch seine Wahrheit getroffen fühlen müssen! Die Proklamation wie die Rede General Bethouarts gibt uns einen erschöpfen, den Aufschluß über den Grund und die Auswirkungen der Besetzung. Die Vereinten Nationen verfügten diese Maßnahme, um durch die Austilgung auch der letzten Spuren des Nazismus den Frieden und die Ordnung einer neuen, freien, glücklicheren Welt zu sichern. Sie betrachten aber gleichzeitig diese
Besetzung auch als ein notwendiges Erziehungsmittel für die neu sich bildende Staatlichkeit österreichs. Je eifriger wir uns bemühen werden, die Spuren des Nationalsozialismus zu überwinden und die feste Form zu gewinnen, in der sich der neue österreichische Staat der Welt als achtungswertes Mitglied der Völkerfamilie vorzustellen vermag, desto eher werden wir zu einem normalen Dasein gelangen.
Österreich befindet sich in einer Zeit und in einem Zustand der Rekonvaleszenz. Die Mittel, um die Gesundung zu erlangen, sind die Rückkehr zu jenen Lebensformen, welche die österreichische Kultur als eine die Menschheit beglückende Gabe erscheinen ließen, und die „unermüdliche, zähe Arbeit". Möge sich unser Volk diese Aufforderung eines wohlmollenden Freundes zu Herzen nehmen! Die
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Andie Bevölkerung von Tirol und Vorarlberg!
„ Im Namen der französischen Republik übernehme ich heute das Oberkommando F über die französischen Besatzungstruppen in Österreich und die Leitung der Militärregierung in den österreichischen Ländern Tirol und Vorarlberg.
Seinem Ideal treu und in Einhaltung der Vereinbarungen, die es mit seinen Alliierten getroffen hat, verfolgt Frankreich in diesem Lande nur friedliche Ziele.
Aber Frankreich darf nicht vergessen, daß es ein Hauptopfer der Nazi-Barbarei geworden ist. Seine Familien sind in Trauer. Sein Boden ist mit Trümmern bedeckt. Den Sieg, der die Vernichtung Deutschlands ermöglichte, hat es teuer erkauft durch das Blut und die Leiden seiner besten Söhne.
Durch diesen Sieg entstanden für Frankreich Rechte und Pflichten. Es wird beider eingedenk sein.
Die französische Militärregierung wird vor allem die Ordnung aufrechterhalten.
Sie wird mit größter Strenge gegen diejenigen vorgehen, die versuchen wollten, diese Ordnung zu stören.
Gleichzeitig wird sie sich der Wiedereinführung jener Freiheitsrechte widmen, für deren Sicherung die Alliierten gekämpft haben und noch kämpfen. Sie wird schonungslos alles vernichten, das noch an den Unterdrücker, den Nationalsozialismus, an seine Schandtaten und an seine Verbrechen erinnert. Sie wird mit größter Energie und auch mit Strafen gegen diejenigen vorgehen, die sich noch weigern würden, mit einem Regime zu brechen, das sich nur auf Haß und Tyrannei gestützt hat. Sie wird keinerlei Hemmnisse der Tätigkeit der militärischen Stellen oder Verwaltungskörper dulden, die sie in den beiden Ländern einsetzen muß.
Doch wünscht die französische Regierung nichts anderes als der Bevölkerung, deren Los ihr anvertraut ist, freundschaftlich zu begegnen. Sie ist sich der Größe der Geschichte und der Einrichtungen dieses Landes wohl bewußt. Sie will sein religiöses Bekenntnis, seine geistigen Traditionen, den hohen Grad von Kultur, der ihm eigen ist, achten.
Sie weiß von den moralischen Schäden, die in Tirol und Vorarlberg infolge der brutalen Annexion durch Deutschland, sowie durch den Krieg angerichtet worden sind.
Es ist ihr heißer Wunsch, allen jenen zu helfen, die durch fleißige Arbeit ihren Wilien zum Wiederaufbau ihres Landes bekunden wollen.
Viele Schwierigkeiten stehen einer sofortigen Hebung der Wirtschaftslage entgegen. Diese Schwierigkeiten sind leider in allen Ländern vorhanden, die in nähere oder weitere Berührung mit den Feindseligkeiten kamen. Nur durch geduldige und gründliche gegenseitige Zusammenarbeit können wir Eure Lebensbedingungen bessern und den Städten wie dem Lande ihren früheren Wohlstand geben. Es ist daher erforderlich, daß jeder auf seinem Platz sich mit allen Kräften für das Wiederaufleben des Handels, der industriellen und landwirtschaftlichen Erzeugung einsetzt.
Bevölkerung von Tirol und Vorarlberg! Nach langen Jahren einer hassenswerten Herrschaft bringen die Franzosen und ihre Alliierten dem alten österreichischen Vaterland die Befreiung und den Frieden.
Es liegt nun an Euch, auf dieser Grundlage einen neuen, jugendkräftigen Staat zu schaffen, der wohlgeordnet ist und würdig seiner glorreichen Vergangenheit.
Von Euch hängt nun das Gelingen Eurer berechtigten Bestrebungen ab. Frankreich, stets Vorkämpfer des Rechtes und der Gerechtigkeit unter den Völkern, steht in Eurer Mitte. Es ist sich der Größe und des Adels seiner Aufgabe bewußt. Es wird sie bis zum Schluß ohne Wanken erfüllen.
Möge Gott uns auf dem Weg geleiten, den wir zusammen eingeschlagen haben.
General Bethouart
Oberbeiehlshaber der französischen Besetzungszone in österreich
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Beendigung des Krieges muß den Anfang der friedlichen Arbeit bedeuten! Erst dann darf man auf die Wiederkehr jenes Wohlstandes hoffen, wie er zur schönen Friedenszeit vor dem Jahre 1938 bestand.
General Bethouart wird sowohl aus den Kundgebungen, die ihn begrüßten, wie aus den Erklärungen der führenden Männer des Landes, die sich ihm vorstellten, und die ebenfalls mit vollem Freimut auf die Nöte des Landes hinwiesen, die überzeugung gewonnen haben, daß österreich freudig bereit ist zur Mitarbeit und Zusammenarbeit. Lange noch werden in unseren Herzen jene herrlichen Worte General Bethouarts nachklin
gen, in denen er den Ruhm und Glanz unserer geistigen und künstlerischen Kultur feierte. Er, der ritterliche Soldat, senkte den Degen vor der Größe, die mit dem Namen Österreich verbunden ist. Welcher Gegensatz, wenn wir daran erinnern, daß während der letzten sieben Jahre sogar der edle Name unseres Vaterlandes auf der Liste der Verfehmten stand!
Das Wohlwollen, die Offenheit und die Ritterlichkeit, mit denen uns der höchste Vertreter der Besatzungsmacht begegnete, berechtigen uns zum hoffnungsvollen Vertrauen auf die Entwicklung der nächsten Zukunft.
Dr. Anton Klotz.
[österreich tragen einen Teil der Verantwortung an dieser Katastrophe. Viele von Ihnen — diesen erweise ich meine Hochachtung — haben von allem Anfang an diesen verbrecherischen Versuch zurückgewiesen. Ein allzu großer Teil jedoch hat den Anschluß herbeigesehnt und begeistert begrüßt. Dieser Anschluß aber war nichts anderes als das Vorspiel für den Beginn eines Regimes, dessen letzter Sinn die Zerstörung der höchsten Errungenschaften menschlicher Kultur war.
Jetzt müssen Sie die harten Folgen tragen. Zu Tausenden sind Ihre Söhne gefallen. Ihre wirtschaftlichen und kulturellen Werte wurden zerstört.
Jetzt heißt es: Aufbauen!
Im Laufe der Jahrhunderte haben uns Streitpunkte getrennt. Wiederholt sind sich die Armeen Frankreichsund österreichs auf dem Schlachtfeld ent[gegengetreten. Nichtsdestoweniger bewahrte Frankreich die Hochachtung und [Vorliebe für die hohe intellektuelle, moralische, wissenschaftliche und künstlerische Kultur, die in der Vergangenheit Ihrem Lande einen unvergleichlichen Glanz verliehen hat, dessen strahlendes Zentrum Wien war. Frankreich vergißt auch nicht, daß zu Sadowa im Jahre 1866, vier Jahre vor 1870, der Geist der Barbarei, dessen volle Entfaltung dem Nationalsozialismus vorbehalten war, dieser Gedankenwelt zum erstenmal Abbruch tat.
Die Gefühle, die wir hier äußern, werden von unseren großen Alliierten Amerika, Großbritannien und Ruß[land voll geteilt. Auch für sie ist die Wiederherstellung österreichs eines der wesentlichsten Kriegsziele.
Ihre Befreiung jedoch wäre nichts als ein Betrug, wenn sie sich nicht gründen würde auf
die Grundsätze der Freiheit,
der gegenseitigen Duldung und der Achtung vor der Menschenwürde, die das Wesen der christlichen Kultur und der Demokratie ausmachen. Wir sind hier, um Sie in die Lage zu versetzen, auf dieser Grundlage Ihr Land wieder aufzurichten. Wir stehen hier, um die Sicherheit Europas gegen jede Wiederkehr des Nazigeistes zu schirmen.
Aus diesem Grunde unterliegen Sie unserer militärischen Besetzung. Sie wird Ihnen zwar Lasten auferlegen, aber sie wird auch die notwendige Ordnung für die Arbeit des Wiederaufbaues herstellen.
Selbstverständlich ist die völlige und zuverlässige Sicherheit der Besatzungstruppen die erste meiner Sorgen und meiner Forderungen, diejenige, die alles überwiegt. Sie hängt von niemand anderem ab als von Ihnen.
Ist die Ordnung gesichert, so wird es Ihnen obliegen, die Wirtschaft Ihres Landes wieder in Gang zu bringen, damit die Bevölkerung ihr Gleichgewicht findet.
Ich werde mich bemühen, trotz der Trümmerhaufen und unzähliger Schwierigkeiten in übereinstimmung mit den Befehlshabern der Alliierten die schrittweise
Wiederherstellung der Verbindungen und des Handelsaustausches,
die Sie notwendig brauchen, zu sichern. Die erste Bedingung jedoch des Wiederaufbaues Ihrer Wirtschaft ist die Arbeit, eine zähe, ausdauernde, von der ganzen Bevölkerung geübte Arbeit auf allen Gebieten der Tätig
Sicherheit, Disziplin, Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeiten — das sind die ersten Bedingungen für die Wiederherstellung der Unabhängigkeit österreichs.
Sie durchzusetzen bin ich vor meinem Land, vor den Allierten und vor Ihnen selbst verpflichtet und ich werde sie durchsetzen. Das sind die Voraussetzungen für Ihre