Tiroler Tageszeitung 1945
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Donnerstag, 27. Dezember 1945
Eax. Bethödarts Welnnacits-Ansprade
Am 24. Dezember
Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten der französischen Streitkräfte in Österreich!
Anläßlich dieser ersten Weihnachten des Friedens, die ihr auf österreichischem Boden verbringt, übermittle ich euch meine herzlichsten Grüße. Ich finde auch meine alten Waffengefährten mit den blauen Kappen, die ich in den französischen Alpen und auf Narvik gekannt habe, jene alten Kämpfer von Marokko, Tunesien und Italien und dem Elsaß und alle, die heldenmütig in dem Maquis und den Organisationen des Widerstandes gekämpft haben. Ich freue mich, diese Weihnachten unter euch verbringen zu können in dieser Atmosphäre der Wiedergeburt des Prestige des siegreichen Frankreich, welches eure Energie und eure Verdienste beleben geholfen haben. Meine Gedanken gehen an diesem Tage des Familienfestes zu euren Familien und besonders zu jenen unserer
teuren Kameraden, die unsere harten Kämpfe von 1939 bis 1945 und die nationalsozialistischen Konzentrationslager mit ihrem Opfertod bezahlt haben. Heute neigen wir ehemaligen Waffengefährten uns brüderlich und väterlich zu ihren Familien, und wir erwarten von allen unseren Mitbürgern, daß man ihnen dieses Fest, welche, heute für sie bitter und leer sein wird, verschönern helfe. Unsere Toten sind ihres Vaterlandes würdig, und dank ihrer Opfer haben wir die feste Hoffnung, daß unsere Kinder und Enkelkinder als freie Menschen in einer friedlichen Welt leben werden. Ihrer aller Familien müssen uns bilig sein.
Vir jedoch haben dank dem aufgeklärten Pakiotismus und dem Heldensinn des Generals de Gaulle die alten Traditionen der Revolution wieder angeknüpft, und wir behalten im Herzen den Stolz, unsere Fahnen über einem Land flattern zu sehen, aus dem wir den Unterdrücker verjagt haben, und welches von neuem die reine Luft der wiedererlangten Freiheit zu atmen beginnt.
Österreicher der französisch besetzten Zone — hier finden wir uns dieses Jahr vereint um den Weihnachtsbaum zu jenem Weihnachten, die die ersten Weihnachten der Freiheit seit 1938 für euch sind. Fühlt ihr nicht in stärkstem Maße den Gegensatz in der Atmosphäre zwischen den heidnischen Festen nationalsozialistischer Prägung, an welche auch so viele Jahre der Unter
drückung euch nicht gewöhnen konnten, und dieser antiken und traditionellen Feier, welche für uns alle Weihnachten darstellt. Unsere Anwesenheit in eurer Mitte hat euch ein Weihnachten der Freiheit ermöglicht — andere Weihnachten werden folgen, an denen ihr dank eurer Anstrengungen der ungeteilten, wiedererlangten Freiheit teilhaftig sein werdet. Unsere Anwesenheit ist für euch die Versicherung, daß diese Rückkehr zur Freiheit im Rahmen der christlichen und demokratischen Ideale erfolgt, die euch so teuer sind. Das Werk, das wir seit unserer Ankunft in eurem Lande geschaffen haben soll für euch der sichere Garant der Zukunft sein.
Die Besetzung ist eine Bürde für euch — sie ist es auch für uns, aber sie ist notwendig, um euch zu erlauben, nach den Direktiven der Regierung, die ihr frei gewählt habt, euch in Ordnung und Ruhe wieder an ein neues Leben anzupassen. Diese Bürde wurde jedoch schon seit unserer Ankunft bedeutend erleichtert, da die Stärke der Okkupationstruppen bereits um 50 Prozent herabgesetzt wurde.
Dank der Besatzungstruppen und der Hilfe Frankreichs habt ihr leben und essen können — tausende und aber tausende von Tonnen Lebensmittel konnten euch mit Hilfe der Zusammenarbeit zwischen den Alliierten und Frankreich ausgeteilt werden.
Ihr habt euer öffentliches und wirtschaftliches Leben wieder aufgerichtet, ihr habt eure Schulen und viele von euren Fabriken wieder aufgemacht und in Ruhe die Feldarbeit und die Handwerksarbeit wieder aufnehmen können. Wir werden euch weiter in diesem Geist des Verständnisses und der Freundschaft helfen, und es wird an euch liegen, aus eurem Land die letzten überreste des Natiol alsozialismus auch in den Herzen eurer Kinder auszutilgen. Es bleibt euch viel in diesem Sinne zu tun übrig, und es liegt an euch, aus diesem Land, welches bereits ein geographischer Knotenpunkt Europas ist, das Zentrum der europäischen und internationalen Verständigung zu machen.
Österreicher der französischen Zone — im Namen Frankreichs und im Namen der französischen Besatzungstruppen wünschen wir euch ein freu diges und hoffnungsvolles Weihnachtsfest!
Neubewertung des
aris, 26. Dez. Der neue Wechselkurs des Franes wurde mit 119.10 für einen Dollar und mit 480 für ein Pfund Sterling festgesetzt. Die offizielle Mitteilung, welche diese Bekanntmachung enthält, fügt hinzu, daß das französische Empire hinsichtlich der Neuregelung des Notenumlaufes in drei Zonen eingeteilt wird. Die Regierung beschloß die wirtschaftliche Lage jedes der überseeischen Gebiete getrennt zu betrachten und daher die Höhe des Nennwertes in den einzelnen Kolonien mit dem Kurs des Francs im Mutterland abzustimmen. Die Ankündigung unterstreicht nachdrücklich, daß trotz des unterschiedlichen Wechselkurses in den einzelnen Gebieten die Einheit der Währung aufrecht bleibt.
Weitere französische Finanzmaßnahmen
Im Zusammenhang mit den französischen Finanzmaßnahmen berichten einige Pariser Zeitungen über weitere Finanzmaßnahmen der französischen Regierung, die Requisitionen von französischen Auslandsguthaben vorsehen. Davon sind betroffen Auslandswährungen, Dividenden ausländischer Aktien, ausländische Aktien in französischem Besitz in anderen Ländern und schließlich ausländische Aktien in französischem
in Frankreich.
Französischer Franc und belgischer Frane
Brüssel, 26. Dez. Die belgische Nationalbank hat festgesetzt, daß hundert französische Francs 36.75 belgischen Francs gleich sind.
Triumph des Goldstandards
Paris, 26. Dez. Die hiesigen Finanzkreise sehen die Abwertung des Francs als einen Triumph des Goldstandards an, zu dessen Gunsten sich sowohl die Vereinigten Staaten wie auch die Sowjetunion energisch einsetzten. Auch Großbritannien kehre. so wird gesagt, durch den Beitritt zum Abkommen von Bretton Woods zum Goldstandard zurück. Der unmittelbare Vorteil der Abwertung liegt für Frankreich in dem Gewinn. den die Regierung aus der Aufwertung des Goldbestandes der Bank von Frankreich zieht. Dieser Gewinn stellt für den französischen Staatsschatz eine Reserve dar. aus der die Ausgabe für mehr als drei Monate gedeckt werden kann. Die Staatsschuld wird verringert werden. Der Export wird seit der Befreiung Frankreichs zum erstenmal wieder möglich.
Ein Urteil aus England
London, 26 Dez. Der Währungsfachmann Reuters erklärt zur Neubewertung des Francs: Da die Preise und Löhne in Frankreich scharf angezogen hätten, seien die französischen Waren für den Export viel zu teuer geworden. Frankreich sei daher bei der Bank von England in große Schulden geraten. Der alte Wechselkurs von 200 Francs für ein Pfund Sterling habe daher in keiner Weise den Verhältnissen entsprochen. Wenn man in Frankreich die jetzt vollzogene Neubewertung des Franes, als Sanktionierung der bereits erfolgten Preis= und Lohnerhöhungen betrachte, werde die Stabilisierung des Francs gesichert sein.
Wichnge Beschlusse in Merrall
Friedenskonferenz spätestens 1. Mai 1946
Moskau, 26. Dezember.
In Moskau fand die erste offizielle Bekanntmachung über die Fortschritte der Konferenz der Außenminister statt. Die bisher gefaßten Beschlüsse bezwecken den Abschluß von Friedensverträgen mit Italien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Finnland. Die drei Außenminister sind zu dem übereinkommen gelangt, daß der Friedensvertrag mit Italien von den Außenministern der Sowjetunion, Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Frankreichs ausgearbeitet werden soll, der Abschluß eines Friedens mit Ungarn, Bulgarien und Rumänien von den Außenministern der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten und Großbritannien und die Ausarbeitung eines Friedens mit Finnland von der Sowjetunion und Großbritannien allein.
Die Vertreter der Außenminister sollen ihre Arbeit in London wieder aufnehmen und die Bedingungen für die Friedensverträge ausarbeiten. Sobald dies geschehen ist, wird
1. eine neue Konferenz der Außenminister der fünf Großmächte einberufen werden, und
2. eine Konferenz aller jener Nationen, die durch den Einsatz militärischer Streitkräfte aktiv am Krieg in Europa teilgenommen haben. Diese Nationen sind: Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, die Sowjetunion, China, Frankreich, Australien, Belgien, die weißrussische SoKanada, Neuseeland, Holland, Norwegen, Polen, wjetrepublik, Brasilien, Griechenland, Indien, die ukrainische Sowjetrepublik, die Tschechoslowakei, Athiopien, Jugoslawien und Südafrika.
Diese Konferenz soll spätestens am 1. Mai 1946 stattfinden. Nach Abschluß dieser Konferenz werden die Staaten, die die Waffenstillstandsbedingungen unterzeichnet haben, im Einklang mit den Vorschlägen der Konferenz den Text der Friedensverträge festlegen. Frankreich wird für den Friedensvertrag mit Italien hinzugezogen werden, Die Friedensverträge treten in Kraft, sobald sie von allen unterzeichneten Staaten, auch den ehemaligen Feindländern, ratifiziert worden sind.
In der offiziellen Bekanntmachung wird schließ lich festgestellt, aß die Besprechungen in Moskau über andere wichtige Fragen in freundschaftlichem Geiste fortgesetzt verden. Es wird die Hoffnung ausgedrückt, daß n ein bis zwei Tagen ein Kommuniquee über die jesamte Arbeit der Konferenz herausgegeben wer en kann.
Gute Stimmung der Verhandlungen
Moskau, 26. Dezember. Bezeichnend für den freundschaftlichen Geist, der die Konferenz der drei Außenminister kennzeichnet, war der Weihnachtsabend, den Außenminister Molotow zu Ehren der Außenminister Amerikas und Englands und ihrer Berater gab. Es wurden dabei fünfzehn Toaste ausgebracht. Stalins Trinkspruch wurde scherzhaft als Atomtoast bezeichnet.
über die Verhandlungen selbst meldet der Korrespondent der United Preß aus Moskau in aus
Franco und
Paris, 27 Dez Der britische und amerikanische Botschafter haben dem französischen Außenminister die Antwort ihrer Regierungen auf die französische Note über Spanien überbracht. Die amerikanische Antwort bring zum Ausdruck, daß die Regierung der Vereinigten Staaten für das Regime Francos keinerlei Sympathien besitzt und daß sie bereit ist, mit Frankreich und England über die Franco gegen
führlichen Berichten, die in den beiden maßgebenden New Yorker Morgenzeitungen erschienen sind, u. a. folgendes: Der amerikanische Außenminister hatte großen Anteil am Verlauf der Konferenz. Sein Kompromißvorschlag wurde die Ausgangsbasis für die Einigung über die Prozedur, die beim Abschluß der europäischen Friedensverträge befolgt werden soll. Weiter ist es auf Byrnes zurückzuführen, daß Weihnachten als Friedensgeschenk für die Welt die erste Bekanntgabe über den Erfolg der Konferenz niedergelegt werden konnte, eine Anregung, die von den beiden anderen Verhandlungsteilnehmern sofort aufgegriffen wurde.
Wenn auch keine sensationellen Lösungen über verschiedene strittige Punkte erwartet werden können, sind doch alle Konferenzbeteiligten beglückt über den Fortschritt, der erzielt werden konnte, vor allem darüber, daß ein großer Teil der Mißverständnisse und des Mißtrauens beseitigt werden konnte, das sich nach dem Fehlschlagen der Londoner Konferenz breitgemacht hatte.
Befriedigung in Amerika
Washington, 26. Dezember.
Die amerikanischen Morgenzeitungen berichten, daß die Vorschläge über die Abfassung der Friedensverträge sowohl in London wie in Washington allgemeine Zustimmung gefunden habe. Es wird hervorgehoben, daß dadurch eine Lösung gefunden worden ist für ein Problem, das seit dem Fehlschlag der Londoner Außenministerkonferenz Spannungen in den Beziehungen der Großmächte hervorgerufen hat. Vor allem wird begrüßt, daß die Friedensverträge nicht nur von den Großmächten allein geschrieben werden, sondern daß auch die sogenannten Kleinen Nationen ein Wort mitzusprechen haben werden.
Washington, 26. Dezember. „New York Times“ erklärt, die einleitenden Verhandlungen in Moskau seien in einem scharfen Tone geführt worden, aber Nachgiebigkeit auf beiden Seiten habe die Stimmung beruhigt. Eine der wichtigsten Fragen, die nicht erledigt worden sind, ist die, ob es jenen Staaten, die an der unmittelbaren Ausarbeitung der Friedensverträge nicht beteiligt sind, möglich sein wird, eventuelle Wünsche und Abänderungen vorzubringen. Aller Voraussicht nach wird die Friedenskonferenz in Paris tagen.
Der Eindruck in Paris
Paris, 26. Dezember. „Obwohl die Beschlüsse von Moskau“, so sagt ein Berichterstatter, „die Wünsche Frankreichs nur teilweise berücksichtigen, so gedenken die verantwortlichen französischen Stellen keinen Protest zu erheben. Die Beiziehung Frankreichs als Teilnehmer am Friedensschluß mit Italien wird begrüßt. Man hofft im Verhandlungswege klären zu können, daß der status einer konsultierenden Macht, der Frankreich bei der Vorbereitung der Friedensschlüsse für Bulgarien. Rumänien und Ungarn zugeschrieben wird, geändert wird.
die Mächte
über einzunehmende Haltung in Besprechungen einzutreten. Die amerikanische Antwort enthält sich jedoch der grundsätzlichen Stellungnahme. Die britische Antwort nimmt den französischen Vorschlag einer Aussprache der drei Mächte über Spanien an. Sie erklärt jedoch, daß die englische Regierung grundsätzlich es ablehnt, sich in die inneren Angelegenheiten Spaniens einzumischen.
Österreichisch=ungarisches Handelsabkommen
Aus Budapest wurde mitgeteilt, daß die ungarische Handelsdelegation, die kürzlich nach Österreich gereist war, nach erfolgreichen Besprechungen aus Wien nach Budapest zurückgekehrt ist Es verlautet, daß ein ungarisch=österreichischer Warenaustausch abgeschlossen wurde wonach Österreich an Ungarn Graphit, Magnesium und Natrium im Tausch gegen landwirtschaftliche Erzeugnisse und industrielle Produkte senden wird. Der Leiter der ungarischen Handelsdelegation wurde von Dr. Renner empfan
gen. der die engen Bande zwischen beiden Ländern hervorhob. (Radio Wien.)
Glückwunsch Tildys an Figl
Wien, 26 Dez Der ungarische Ministerpräsident Tildy ließ Bundeskanzler Figl seine herzlichsten Glückwünsche übermitteln Der Bundeskanzler drückte mit dem Dank für diese Wünsche zugleich die Hoffnung aus, daß das freundschaftliche Verhältnis zwischen Österreich und Ungarn in Zukunft weiterbestehen und beiden Nachbarstaaten zum Vorteil gereichen werde.