Tiroler Tageszeitung 1945

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Erscheint in der Woche sechsmal. — Nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung. — Inseratenannahme: Innsbruck, Andr.=Hofer=Str. 4
stummer 1587 1. Jahrgang
Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „T. T.“, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4, Telephon Nr. 39 41. — Druck: Tyrolia, ebendort.
Freitag, 28. Dezember 1945
Der Alonseiere
Ergebnis der Moskauer Konferenz
Veriri Dr. Schäschiigg Esterreich dein Baittau!
Neuer Kardinalstaatssekretär. — Weihnachtsempfänge im Vatikan
(Von unserem Sonderberichterstatter)
Washington, 27. Dez. Die Außenminister der drei Großmächte kamen überein, die Generalversammlung der Uno zu ersuchen, den Mitgliedern des Sicherheitsrates zuzüglich Kanada folgende Probleme zum Studium zu übergeben:
1 Austausch wissenschaftlicher Ergebnisse der Atomforschung für Friedenszwecke.
2. Die Kontrolle der Atomenergie und Sicherstellung ihres Gebrauches für Zwecke rein friedlicher Art.
3. Die Ausschaltung von Atomwaffen aus Arsenalen der Staaten.
4. Den Schutz der Vereinigten Nationen vor übertretungen und Verletzungen der internationalen Atomenergieabmachungen.
Die Minister einigten sich auch in der Frage der Schaffung eines Vier=Nationen=Kontrollrates über Japan, der aus je einem Mitglied der Vereinigten Staaten, Rußlands, Chinas und aus einem Vierten, welchen Großbrikannien, Australien und Indien gemeinsam bestimmen soll, bestehen wird.
Aus Moskau verlautet: Die Konferenz der Außenminister der großen Drei endete heute, 27. Dezember, um 4 Uhr nachmittags nach
Paris, 27. Dezember. Nach der Ankünft des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Negrin in London sind auch zahlreiche Gerüchte über den mutmaßlichen Zweck seines Besuches entstanden. Negrin hat die Absicht, sich demnächst nach Frankreich zu begeben, um mit den wichtigsten Vertretern eines republikanischen Spaniens Kontakt, aufzunehmen, möchte sich aber vorher der Unterstützung des Foreign=Office und der späteren Anerkennung der Regierung Giral durch Großbritannien und die UsA. vergewissern. Die Reise Negrins nach London dient also einem doppelten Zweck:
1. Sammlung einiger befähigter Vertreter einer spanischen Regierung in London.
2. Einholung der Sicherheit, daß die Bemü
hungen der Republikaner von den führenden Männern der Labour=Party mit Wohlwollen verfolgt und bald durch Anerkennung einer spanischen republikanischen Regierung gekrönt werden. „
In der Beurteilung der Chancen Negrins wird die
abnormale diplomatische Lage der drei West
alliierten gegenüber Franco hervorgehoben,
die im Augenblick keinen Botschafter in Madrid haben. Sowohl die USA. wie auch Großbritannien und vor allem Frankreich machen kein Hehl aus ihrer Abneigung gegen Franco. Immerhin macht das Foreign=Office gegenüber der allzu raschen Anerkennung einer republikanischen Regierung Vorbehalte, die offenbar der Sorge entspringen, durch eine übereilte Entscheidung Spanien nicht noch einmal in einen
Die Türkei lehnt jedes Kompromiß ab
asp. Ankara, 27. Dez. Die türkische Regierung hat in formellster Weise die in Moskau konferierenden Außenminister davon in Kenntnis gesetzt, daß die Türkei kein Kompromiß über ihre territoriale Integrität eingehen könnte. Der französische Korrespondent Annré Clot unterstreicht, daß die Lage für die Türkei heute klarer denn je sei. Die Türkei sei nicht gewillt, auch nur einen Daumenbreit ihres Territoriums aufzugeben und keinem Druck zu weichen, ob dieser nun von seiten der Alliierten oder ihrer Gegner käme. „
Neue Briefmarken in Deutschland
In der französschen Besatzungszone Deutschlands werden jetzt neue Briefmarken ausgegeben. Die niedrigen Werte tragen das heraldische Wappen der von Frankreich besetzten deutschen Länder. Der Wert von 1 Reichsmark zeigt ein Bildnis von Goethe.
zehneinhalbstündiger Sitzung. Der Außenminister der Vereinigten Staaten, Byrnes, erklärte, daß die Zusammenkunft sehr ergiebig gewesen und ein übereinkommen über die Kontrolle der Atomenergie erzielt worden sei. Er sagte, das am Freitag um 6 Uhr zur Ausgabe gelangende Kommunique werde nähere Mitteilung über diese übereinkommen enthalten. Byrnes begab sich um 7.30 Uhr vom Gebäude der amerikanischen Botschaft direkt auf den Moskauer Flugplatz, um nach Washington zurückzufliegen. Vor seinem Abflug sagte Byrnes:
„Ich bin mit dem Ausgang der Konferenz sehr zufrieden, und nicht nur deswegen, weil viele Probleme einer Lösung zugeführt wurden, sondern auch, weil zwischen den Vertretern der einzelnen Länder herzliche Beziehungen hergestellt wurden, die zu der Hoffnung berechtigen, daß die noch bestehenden Probleme in demselben Geist gelöst werden Byrnes erklärte, das Kommunique werde in Moskau, London und Washington gleichzeitig verlautbart werden und fügte hinzu: „Es gibt keine Vereinbarung, die in dem Kommunique nicht angeführt sein wird.“
Die Außenministerkonferenz begann am 16. Dezember. Seither haben nahezu täglich Besprechungen stattgefunden.
Bürgerkrieg zu stürzen. Wenn das Regime Franco verschwinden soll, so betont man in London, muß es durch eine starke und einige Regierung ersetzt werden, die den Wünschen der Mehrheit des spanischen Volkes entspricht.
Verschiedene Umstände deuten darauf hin, daß Franco zu Maßnahmen gegen die besitzenden Klassen schreiten will. Dem Grafen Romanones, dem bekannten spanischen Staatsmann und alten Führer der Liberalen, drohte er mit der Einziehung seiner gesamten Güter, wenn er nicht die Neujahrsbotschaft an Don Juan vernichte, in der Romanones dem Thronprätendenten Ratschläge für die Erlangung der spanischen Krone gibt. Schwerwiegender erscheint in diesem Zusammenhange eine Reise Francos in die Estremadura, die „spanische Kornkammer“. Die Enteignung einiger großer Domänen und ihre Aufteilung in Kleingrundbesitz scheint der Ansatzpunkt zu einer großzügigen Agrarreform, die die Bewirtschaftung der ausgedehnten Latifundien der Estremadura auf
kooperativer Basis vorsieht. Sollten sich diese Gerüchte bewahrheiten, so würde damit sicherlich die Kluft zwischen Franco und den spanischen Großgrundbesitzern noch tiefer werden, die die katastrophale wirtschaftliche Lage der Estremadura auf die Tätigkeit der Syndikate der Falange zurückführen.
Die Schritte der Regierung Franco werden in Großbritannien, den USA. und Frankreich mit begreiflichen Interesse verfolgt. Mit einer offiziellen und bindenden Stellungnahme der britischen Regierung zu diesem Problem ist jedoch erst nach der Rückkehr Bevins aus Moskau zu rechnen, wo die spanische Frage zweifellos auch behandelt wurde,
Die Einwanderung nach Amerika
Washington, 27. Dez. Präsident Truman erließ an den Außenminister, den Kriegsminister, den Justizminister, den Beauftragten für Schiff
fahrt im Kriege, den Obersten Leiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes und den Generaldirektor der UNRRA Verordnungen über die Regelung der Einwanderung. Am Beginne dieser Verordnung wird erklärt: „Die Lage der europäischen Bevölkerung ist durch den Krieg so katastrophal geworden, daß das Volk der Vereinigten Staaten eine Fortsetzung dieses Zustandes nicht zulassen kann und auch nicht zulassen wird. Die Vereinigten Staaten müssen daher jede nur mögliche Maßnahme treffen, um im Rahmen der bestehenden Gesetze die Einwanderung in die Vereinigten Staaten zu erleichtern.“
Rom, afp., 27. Dezember. „Libera Stampa“ berichtet, die österreichische Regierung beabsichtige den früheren Bundeskanzler Dr. von Schuschnigg zu ihrem Vertreter beim Heiligen Stuhl zu ernennen.
Weiter berichtet die Vatikanstadt: Der soeben zum Kardinal ernannte bisherige Nuntius in Brasilien, Masella, soll wie es heißt, demnächst zum Kardinalstaatssekretär erhoben werden. Kardinal Masella, der 1869 gehoren ist, ist ein Studienfreund des Papstes, der ihm stets größtes Vertrauen und aufrichtige Freundschaft entgegengebracht hat.
Die Wiener Holzfachzeitschrift „Internationaler Holzmarkt“ veröffentlichte kürzlich eine zahlenmäßige Zusammenstellung der Holz= und Papierexporte für das Jahrzehnt 1929—1938, aus der hervorgeht, daß die mengenmäßigen Anteile an der Gesamtausfuhr fast 60 Prozent betragen, die wertmäßigen rund 20 Prozent. Ganz besonders aufschlußreich ist aber nachstehende kleine Zusammenstellung, die für das Normaljahr 1937 gilt:
Wert in 1000 Schilling Import wichtigster Lebensmittel:
Getreide
165.191
Schweine
77.542
Gemüse
11.333
Rinder
8.763
Speisefett, öle
7.531
Mehl
6.940
277.300
Der siebzigste Geburtstag Kardinals Innitzer
Drahtbericht unseres Wr. A. R.=Korrespondenten
Die Wiener Katholische Akademie brachte Sr. Eminenz Kardinal=Erzbischof Dr. Innitzer aus Anlaß seines siebzigsten Geburtstages eine besondere Huldigung dar. Aus diesem Anlaß fand im Großen Musikvereinssaal ein Festkonzert statt, bei dem Burgtheaterdirektor Aslan in einem Prolog die Glückwünsche aussprach. Univ.=Dozent Dr. Knoll hielt die Festrede. Bundespräsident Dr. Renner, Bundeskanzler Ing. Leopold Figl und zahlreiche Mitglieder der Regierung sowie Spitzen der Behörden wohnten der Festveranstaltung bei.
Erzbischof Rohracher in Genf
Der Erzbischof von Salzburg ist nach Genf abgereist, um dort mit dem internationalen Roten Kreuz über eine Hilfsaktion für Österreich zu verhandeln.
Weitere Kunstgegenstände werden an Österreich zurückgegeben
Wien, 27. Dez. Das Hauptquartier der
USFA. gibt bekannt, daß eine zweite Serie von tausend österreichischen Kunstgegenständen, welche von den Nazis für Hitlers Münchner Museum entführt worden waren, nach Österreich zurückgebracht und in der Abtei von Kremsmünster untergebracht worden sind.
Die Südtiroler Frage
Soeben kam die Dezember=Ausgabe der „Österreichischen Monatshefte“ heraus, die sich die Pflege der Doktrinen der Volkspartei von erhöhter Warte aus zur Aufgabe stellte. In diesem Hefte behandelte Hofrat Josef Neumair die Südtiroler Frage in tiefschürfender Betrachtung ihrer verschiedenen Probleme — geschichtlich, wirtschaftlich, volkskundlich und als internationale Frage. Er hebt hervor:
„Der Brenner ist keine Grenze, sondern ein Paß, ein Tor, das Süden und Norden verbindet, nicht trennt. Nördlich und südlich von ihm werkt der gleiche Volksstamm, gleich im Blut, in der Sprache (auch in der Mundart). in den Bräuchen und Sitten, im Hausbau und in der Einrichtung, in den Trachten, der Wirtschaft und allen Lebensformen.“
Aus dem Vatikan wird berichtet: Der belgische Botschafter wird in seiner Eigenschaft als Altester des diplomatischen Korps morgen die Reihe der Audienzen eröffnen, die der Papst den ausländischen Vertretern anläßlich der übermittlung der Neujahrsglückwünsche gewähren wird. Noch voriges Jahr war der Alteste des diplomatischen Korps Baron von Weizsäcker, der Vertreter des Deutschen Reiches. Der Papst hat heute den polnischen Botschafter Casimir Papee und den Pater Goussa empfangen, den Sekretär der Kommission für die Revision des orientalischen kanonischen Gesetzbuches.
Export von Holz, Holzwaren, Papier und
Zellulose:
Holz 131.081
Holz, Papier und Zellulose 142.867 Zusammen 273.948
Daraus geht hervor, daß die österreichische Holzausfuhr genau so viel ausmacht wie die gesamten Importe so gut wie aller existenzwichtigen Lebensmittel. Es zeigt sich somit, Österreich kann von seinem Holz leben.
Wien, 27. Dez. Eine Ladung von 1000 Tonnen Papier, die in Papiermühlen und Lagerräumen in ganz Österreich gesammelt wurden, werden diese Woche dem Ministerium für Volksaufklärung, für Unterricht und Erziehung und für Kulturangelegenheiten in Wien übergeben werden. Dieses Papier soll für Schulbücher verwendet werden. Diese Schulbücher sollen nach dem 1. Jänner in Druck gehen.
Ehurchill wird die Sschechoflowakei besuchen
London, 27. Dez. BBC. meldet aus Prag, Churchill habe eine Einladung zu einem Besuch der Tscheche owakei angenommen. Der Besuch dürfte entweder unmittelbar vor oder nach seiner Reise in die USA., wohin er im Jänner reisen wird, erfolgen.
Italiens Wirtschaftsverhandlungen
Rom, 27. Dez. Einer BBC.=Meldung zufolge wurde gestern in Rom amtlich bekanntgegeben, daß Italien gegenwärtig in Beratungen über Handelsabkommen mit Spanien, Belgien und österreich stehe.
Abwertung der Lira
Rom, 27. Dez. Die Abwertung der Lira soll bevorstehen. Der neue Kurs wird 220 Lire für einen Dollar und 900 für ein Pfund Sterling sein.
Italienische Unternehmer kehren nach Eritrea zurück
Rom, 27. Dez. Aus italienischen Regierungsquellen wird heute abend bekannt, daß gemäß einem übereinkommen mit den Alliierten dreihundert italienische Besitzer und Betriebsführer von Industriefirmen aus Eritrea Anfang Jänner nach dieser Kolonie zurückkehren sollen. Die Geschäftsleute haben die Absicht, den Betrieb der Mühlen, Konservenfabriken, Druckereien, Goldminen und der landwirtschaftlichen Unternehmungen wieder aufzunehmen, die 1935, als Mussolini Athiopien besetzte, gegründet wurden.
Die Abwertung des Franks
Paris, 27. Dez. Die französische Nationalversammlung nahm heute die Vorschläge von Bretton Woods zur Gründung einer internationalen Bank für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung und eines internationalen Währungsfonds an. Während der Debatte machte sich keine Opposition bemerkbar. Finanzminister René Pleven erklärte, daß die französische Regierung von Großbritannien und den Vereinigten Staaten nicht gezwungen worden wäre, den Frane abzuwerten, sondern volle Freiheit bei der Lösung dieser Frage besessen habe.
Die Zukunft Spaniens — und Franco
Österreich kann von seinem Holz leben