Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:12

- S.105

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Ausgaben dieses Jahres – 1945
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Freitag, 28. Dezember 1943
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Die Vertreter der Troler Arbeiterschaft bei General Bethouart
In Gegenwart Sr. Exz. des Gouverneurs Voizard empfing am Samstag nachmittag General Bethouart den Obmann des österreichischen Gewerkschaftsbundes Josef Wilberger und seinen Stellvertreter Franz Kotter zu einer eingehenden Aussprache. Obmann Wilberger trug General Bethouart die Sorgen und Anliegen der Tiroler Arbeiter= und Angestelltenschaft hinsichtlich der Ernährungs= und Wohnungslage sowie der Lohnpolitik vor. General Bethouart zeigte volles Verständnis für die vorgebrachten Wünsche der Arbeiterschaft, gab einen kurzen überblick über die Tätigkeit der frangösischen Besatzungsbehörden in Bezug auf die Lebensmittel= und Kohlenversorgung und stellte gewisse Erleichterungen nach Möglichkeit der vorhandenen Vorräte und des Transportes in
Aussicht.
Obmannstellvertreter Frinz Kotter ersuchte die französischen Besatzungsbehörden um Rückgabe der von der französischen Militärregierung
beschlagnahmten, aber nicht benützten Wohnungen an die Zivilbevölkerung. Exzellenz Voizard sagte eine sofortige überprüfung der einzelnen Fälle zu.
Obmann Wilberger ersuchte die beiden hohen Herren der französischen Militärregierung wegen Auflassung des von den Nazi errichteten Amtes des Reichstreuhänders und schlug als Ersatz eine paritätisch zusammengesetzte Lohnkommission vor. General Bethouart erklärte, daß diesem Vorschlag von französischer Seite nichts entgegenstehe.
Die Aussprache, welche über persönliche Einladung des Generals Bethouart erfolgte, verlief in geistig guter Zusammenarbeit und vollem Verständnis. Obmann Wilberger überbrachte General Bethouart noch die Glückwünsche der Tiroler Arbeiter= und Angestelltenschaft für das Weihnachtsund Neujahrsfest, die vom Herrn General herzlich erwidert wurden.
Eine neue Heizvorrichtung
Im Bestreben, die heimische Kohle, vor allem die aus Nößlach, im Urzustand, also ohne kompliziertes Brikettierungsverfahren auch für den Hausbrand nutzbar zu machen, wurde ein neuer Ofen konstruiert, der von den früheren Ausführungen dieser Art in der Konstruktion wesentlich abweicht. Dieser Ofen stellt eigentlich eine generatorsystemige Heizvorrichtung dar, welche auf dem Prinzip beruht, Kohlenstaub ohne künstliche Luftzufuhr zu verbrennen.
Zu diesem Zwecke wurde der Rost dieser Neukonstruktion konusscheibenförmig ausgebildet. Aus dem Zylinder, der das Brennmaterial speichert und der unten offen ist, fällt der Kohlenstaub auf den oberen nichtperforierten Teil des Kegelrostes und rutscht dann automatisch auf den Brennabschnitt. Durch die Möglichkeit des Hebens und Senkens des Rostes kann die Dichte des Brennstoffes reguliert werden. Eine Füllung genügt für eine Heizdauer von 24 Stunden, daher besitzt dieser Ofen auch die Vorteile der Dauerbrandöfen.
Diese Heizvorrichtung war vergangene Woche in Schwaz der Gegenstand einer Vorführung,
der unter anderem Bürgermeister Dr. Psenner von Schwaz und Ing. Leithe als Vertreter der Stadt Innsbruck beiwohnten. Die Vorführung zeigte den Besuchern eine sehr wirtschaftliche Ausnützung des Brennstoffes, die gegenüber den bisherigen Konstruktionen wesentlich höher ist, ebenso eine sehr einfache Bedienung und Handhabung dieser Heizvorrichtung.
Zweifellos bedeutet diese Konstruktion nach Aufnahme der Serienerzeugung einen wesentlichen Faktor zur Verwertung der heimatlichen Kohle und damit zur Einsparung der Devisen.
Die Konstrukteure dieser neuen Heizvorrichtung gehören einem ungarischen Ingenieur=Konsortium an, das gegenwärtig in Wörgl seinen Sitz hat. Es sind folgende Herren: Dipl.=Ing. Zoltan von Daniel, Dipl.=Ing. Istvan „David, Dipl.=Ing. Ladislaus Dettai, Dipl.=Ing. Divo Hosetzka, Ing. Franz Dullien, Ing. Zoltan v. Szilvassy, Komm.= Rat Rudolf Winecker Diese Konstruktion steht bereits unter österreichischem Patentschutz. Die Erstausführung dieses Ofens ist ein Erzeugnis der bekannten Tiroler Ofenfabrik Keck in Schwaz.
Rückführung der Kriegsgefangenen
Fédération France=Autriche
Im Namen eines im Rahmen der Fédération aufgestellten Komitees zur Mithilfe bei dem Rücktransport österreichischer Kriegsgefangener und Emigranten aus Frankreich begibt sich dessen Leiter demnächst nach Paris. Die Interessenten werden aufgefordert, ihnen bekannte Anhaltspunkte (letzte Anschrift) an die Fédération, Wien, I., Am Hof 2, bekanntzugeben.
Kellereinbrüche. In Innsbruck wurden in den letzten Tagen einige Kellereinbrüche verübt, und zwar in der Wilhelm=Greil=Straße 3 (entwendet wurden Kartoffeln und Tischlerwerkzeuge); in der Fischhalle (Lebensmittel); in der Andreas=Hofer=Straße 42 (Lebensmittel); aus einem Waggon am Westbahnhof (Lebensmittel); in einem Speisehaus wurde aus einem Mantel eine Brieftasche mit 50 Schilling und Lebensmittelkarten und in einem Geschäft in der Altstadt einer Frau aus Pfaffenhofen eine Geldtasche mit 150 Schilling gezogen. — In Mühlau wurden aus einer Wohnung in der Anton=Rauch=Straße 21 zwei Armbänder und ein goldener Ring entwendet.
Felssturz verlegt die Bahnstrecke
Vor einigen Tagen fielen ungefähr eineinhalb Kubikmeter Steinmassen von der Felswand oberhalb des Nordportals des St.=Jodok=Tunnels auf das Bahngeleise der Brennerstrecke. Die Bahnarbeiter säuberten gemeinsam mit den Arbeitern der Baufirma, die dort Instandsetzungsarbeiten durchführt, die Strecke, so daß keine längere Verkehrsunterbrechung eingetreten ist.
Das Nordportal des St.=Jodok=Tunnels und die daran anschließende Brücke über den Schmirnbach wurden im März 1945 durch Bombenangriffe schwer getroffen. Gegenwärtig wird an der Instandsetzung gearbeitet. Durch das vor den Feiertagen eingetretene Tauwetter haben sich die Steinmassen losgelöst. Auf der gleichen Baustelle verunglückte in der vorigen Woche ein Hilfsarbeiter. Er wurde von einem vollbeladenen Kippwagen erdrückt und erlitt eine Quetschung der Brust und schwere innere Verletzungen und wurde in das Innsbrucker Krankenhaus geschafft.
Skiunfall. Am 26. Dezember nachmittag um halb 2 Uhr zog sich oberhalb der Patscher Alm ein Skifahrer einen Knöchelbruch zu. Er wurde mit einem Schlitten zur Bahnstation und von dort mit der Rettungsgesellschaft ins Krankenhaus gebracht.
Amtliche Mitteilungen
Amtliche Bekanntmachung
Es wird hiermit allen deutschen Staatsbürgern bekanntgegeben, daß infolge Zurverfügungstellung neuer Transportmittel die Rückführung deutscher Statsangehöriger unverzüglich wieder aufgenommen wird.
Auf Grund dieser Tatsache haben sich alle deutschen Staatsbürger, die in der französischen, englischen oder amerikanischen Besatzungszone Deutschlands beheimatet sind, zur Abreise in kürzester Frist bereit zu halten.
Der Chef der französischen Militärregierung in Österreich Sicherheitsdirektion
Edikt
Die klagende Partei mi. Ullrich Franz Josef Raggl, hat durch das Bezirks=Jugendamt Imst gegen die beklagte Partei Josef Ohrwalder, Gärtner im Hotel „Drei Mohren“ in Ötz, zuletzt Gefreiter bei der Wehrmacht, jetzt unbekannten Aufenthaltes, wegen Fesistellung der Vaterschaft und Unterhaltsleistung zur Geschäftszahl C 40,45—1 eine Klage eingebracht.
Die ersie Tagsatzung zur mündlichen Verhandlung wurde auf den 16. Jänner 1946, vorm. 10 Uhr bei diesem Gerichte. Zimmer Nr. 1, anberaumt.
Da der Aufenthalt der beklagten Partei unbekannt ist, wird Dr. Robert Schuchter, Rechtsanwalt in Silz, zum Abwesenheitskurator bestellt, der sie auf ihre Gefahr und Kosten vertreten wird, bis sie selbst auftritt oder einen Bevollmächtigten nennt.
Bezirksgericht Silz, Abt 2, am 21. Dezember 1945.
Berufsschule für Metallgewerbe, Innsbruck
Nacheinschreibung am 2. Jänner 1946 von 8—12 Uhr in der neuen Hauptschule Mariahilf (Universitätsbrücke). Letztes Schulzeugnis, Lehrvertrag und 5 Schilling mitbringen. Am 7. Jänner 1946 versammeln sich sämtliche Schüler um 8 Uhr früh in der gleichen Schule zur Klasseneinteilung Nachmittag um 14 Uhr Beginn des regelmäßigen Unterrichtes. Der Leiter.
THEATER UND KUNST
Wochenspielplan des Landestheaters vom 30. Dezember bis 7. Jänner
Sonntag, 16 Uhr: „Die heilige Flamme“ mit Herta v. Hagen als Gast. 20 Uhr: „Wiener Blut“ (zum letzten Male!).
Montag, 20 Uhr: Großes Silvester=Brettl in Verbindung mit Radio Innsbruck.
Dienstag, 16 Uhr: „Scampolo“. 20 Uhr: „Polenblut“. Helena: Fini Fügner.
Mittwoch, 20 Uhr: „Die heilige Flamme“ mit Herta v. Hagen als Gast.
Donnerstag, 20 Uhr: „Die Zauberflöte“. Pamina: Maria v. Guggenberg. Tamino: Sebastian Hauser. Sarastro: Wilhelm Witte als Gast.
Freitag, 20 Uhr: „Der eingebildete Kranke“. In der Titelrolle: Gustav Waldau als Gast.
Samstag, 16 Uhr: Konzert des Opernsänger=Ensembles Tisis. 20 Uhr: „Polenblut“. Helena: Gretl Theimer als Gast.
Sonntag, 10.30 Uhr: Klavierkonzert: Prof. Ferdinand Kovary. 16 Uhr: „Troubadour“. Manrico: Dr. Franz Lechleitner. 20 Uhr: „Die heilige Flamme“ mit Herta v. Hagen als Gast.
Montag, 20 Uhr: „Das Land des Lächelns“. Lisa: Agnes Buschmann.
*
Meisterabend Prof. Martin Imaz. Der junge spanische Meisterpianisi gibt Samstag, 29. Dezember, 20 Uhr, im Musikvereinssaale ein Klavierkonzert mit ausgewähltem Programm; u. a. bringt der Künsiler die große f=moll Sonate op. 5 von Brahms zu Gehör, eines der Hauptwerke der Klavierliteratur; als Muster romanischer Klavierkunst sieht das große Präludium, Choral und Fuge von Cesar Franck auf der Vortragsfolge; außerdem sind noch Werke von Turina (3 Zigenne.tänze), Paganini, Liszt und Chopin vorgesehen. Karten bei Johann Groß, MariaTheresien=Straße 37, part. (Ruf 5202), ab 19.30 Uhr an der Abendkasse im Musikverein.
Erstklassiger Automechaniker wird gesucht. Vorzustellen Landhaus, Zimmer 747, ab Donnerstag zwischen 10 und 12 Uhr.
SPORTUND TPIEL
Eisrevue am Sonntag in Seefeld
Die am kommenden Sonntag, den 30. Dez., um 13 Uhr auf dem Wildsee in Seefeld stattfindende Revuepremiere der „Tanzenden Sterne“, als derzeit bestes Eisensemble Europas, hat sich bestens vorbereitet. Die guten Eisverhältnisse in Seefeld ermöglichten in den letzten Tagen durchgehendes und intensives Training, so daß alle Voraussetzungen für eine ausgezeichnete Vorführung gegeben sind.
Eine günstige Zugsverbindung besteht ab Innsbruck um 11.15 Uhr. Vorverkaufsstelle für Eintrittskarten zu dieser Revue ist in der Kanzlei des Eislaufvereines. Innsbruck, Falkstraße 4.
Mit Rücksicht auf das große Interesse für die am kommenden Sonntag stattfindende Premiere der Wiener Eisrevue in Seefeld hat die franzosische Militärbehörde entgegenkommenderweise für 13 Uhr ab Innsbruck Hbf. einen Sonderzug eingeschaltet und aus diesem Grunde wurde der Beginn der Revuepremiere von 13 Uhr auf 14.30 Uhr verschoben.
Abfahrtslauf der Turnerschaft Innsbruck
Die Turnerschaft Innsbruck führt am 6. Jänner vom Pfriemesköpfl einen vereinsoffenen Abfahrtslauf durch. Es können an diesem Abfahrtslauf alle Skiläufer und Skiläuferinnen der beiden Jugendklassen (von 14 Jahren aufwärts) und aller allgemeinen Klassen teilnehmen.
Die Meldungen für dieses Rennen sind bis spätestens 3. Jänner unter Angabe von Vor= und Zuname und Geburtsdatum in der Turnerschaftskanzlei oder in der Großhandlung Roman Kleißl (Steinerstraße, Eingang Tabakhauptverlag) abzugeben Falls die Kanzlei geschlossen sein sollte, werfen sie bitte einen kleinen Zettel mit den erforderlichen Daten in den Briefkasten.
Das Renngeld für dieses Rennen beträgt pro Person 1 Schilling. Das Renngeld ist bei der Meldung zu bezahlen.
Nähere Ausschreibung bezüglich Start und Ziel für die einzelnen Klassen wird noch rechtzeitig bekanntgegeben werden. Bei diesem Rennen erfolgt gleichzeitig die Ausscheidung der Teilnehmer für den Tiroler Jugendskitag, der am 9. und 10. Februar 1946 in St. Anton stattfindet.
Erste Skikonkurrenz in Kitzbühel
Das für 1. Jänner angesetzte Friedensrennen in Kitzbühel findet programmgemäß statt. Abfahrts= und Torlauf ergeben den Sieger aus der Kombination. Zahlreiche Rennungen der dermalen besten Rennläufer sind bereits vorhanden, so daß mit einer leistungsstarken Konkurrenz zu rechnen sein wird Auch Eberhard Kneißl wird mit von der Partie sein, der sich in ganz hervorragender Form befinden soll.
Innsbrucker Turn= und Sportgemeinschaft. Arbeitsdienst für sämtliche Mitglieder in der ebemaligen Schemmschule Samstag 2 Uhr (Instandsetzung der Turnhalle). — Am 2. Jänner findet im Gasthaus „Touristen“, Hofgasse, eine Mitgliederbesprechung statt. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten.
Wiedergründung des Sportvereines Ötz. Einige aktive Sportler haben den Sportverein Otz wieder ins Leben gerufen. Bei der Gründungsversammlung wurde einstimmig Oberlehrer Josef Kuen, ein verdienter Sportförderer, zum Obmann gewählt Besondere Anerkennung verdienen die Aktivisten Erwin Haid, Leo Grießer, Konrad Anzelini und Walter Gritsch, die an der Gründung des Sportvereines den größten Anteil haben. Am Schlusse der Versammlung gedachte der Obmann in einer eindrucksvollen Rede der gefallenen Sportkameraden.
AUs ALLERWELT
überfall auf eine Seidenweberei Eine 45köpfige Bande schwer bewaffneter Räuber überfiel eine Seidenweberei in Vertemate bei Como (Italien). Nach sechsstündiger Durchsuchung der Gebäude gelang es den Banditen, mit 80.000 Meter Stoff im Werte von 30 Millionen Lire unerkannt zu entkommen.
Vierzig Jahre — und schon achtmal verheiratet Der amerikanische Multimillionär und Asbestkönig Tommy Manwille hat im Alter von noch nicht 40 Jahren zum achtenmal geheiratet. Seine neueste Frau trug zur Trauung Hosen, was vielleicht einer Demonstration der neuen Machtverhältnisse in der Familie Manville gleichkommen soll.
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Von Irmgard Schulz
Nun ist die stille Zeit. Die Lichter am Christbaum sind verlöscht. Duftend, ein wenig geplündert, ein wenig zerzaust von Kinderhand steht er in seinem holdseligen Zauber in der Zimmerecke. Er scheint leise zu lächeln über den übereifer der letzten Weihnachtstage.
über den Gaben, die er mit der Krippe des Jesukindes zusammen in seine Weihe genommen, liegt keine überraschung mehr. Sie wurden ausgestreut, verschenkt und verschwendet in der Liebe des Herzens, und wo nur ein geringstes Zeichen vorhanden war, band sich daran die ganze Fülle des guten Willens.
Nun ist Frieden. Die Tage gehen behutfam auf und ab auf der Wendeltreppe des alten Jahres. Lautlos treiben sie einander die Stunden zu, stumm, als fürchteten sie, die letzte Ruhe ihres großen Wanderers am Abend zu stören.
Die Rauhnächte, die heiligen Zwölf zwischen Veihnachten und Neujahr, schweigen ums Haus, ihre winterliche Tiefe ist erfüllt mit den Sagen und Legenden der Alten. Mit ihrem frommen Einn, ihrem Glauben, Hoffen und Wünschen.
Die Mutter geht sachte durch Stube und Kammern. Immer wieder einmal gleitet ihre Hand
und Plaudereien für freie Stunden
ordnend und glättend über kleine Dinge, die ihr sonst in der Flut ihres Fleißes wohl entgangen. Ihr Blick ist voll Güte. Es soll alles gut werden zum Jahresschluß. Im Feierabend, dem schwer erkämpften, dieses Sturm= und Zwangjahres wollen wir ihm, dem greisen, und uns, geläutert im Feier, den Frieden gönnen.
Haushoch warf die tobende Brandung des Schmerzes Blut und Tränen und schüttete sie nieder auf eine gottverlassene Erde. Nun ist Gott wiedergekehrt. Im Silberlicht des Abends hat Er sich dem scheidenden Wanderer zwischen Jahrtausenden zugesellt. Versöhnend nimmt Er in Seine Hand zurück das Schicksal, das Er gerufen, die Spanne Zeit, der Er befohlen, Prüfung und Hammer zu sein dem Amboß der Menschen.
Er wendet auch uns Sein Antlitz zu. Da streichen wir aufatmend über die Stirn und der Traum unserer Bedrückung verläßt uns.
Die Mutter öffnet weit ihre Arme und nimmt in sie auf ihre Kinder, die großen und kleinen, wie sie ihr verblieben. In ihr Herz und ihre unvergängliche Erinnerung aber bettet sie die, die sie verloren und die ihr nie näher waren als in der Stunde, da sie ihr der Tod zurückgegeben zu bleibendem Besitz.
Schweigend tritt der Mann an ihre Seite und über die Habe, die er verlor, breitet er seinen
neuen Willen aus. Die Hand des Schicksals, in das er verkrampft war, löst er von seinem Nakken und bricht die schwere Faust auf mit der strahlenden Zuversicht neuen Glaubens.
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„Ja, die Blumen“, sagt die Hausfrau lächelnd zu ihrem weihnachtlichen Besuch und führt ihn in die lichte Fensternische.
„Arbeit machen sie mir schon viel und hin und her rücken muß ich sie auch immer wegen der Kälte aber jeden Tag freuen wir uns alle zusammen daran.“
Und diese Freude jeden Tag wiegt die Mühe auf.
Ist es nicht herrlich, wenn draußen Schnee die Fluren deckt und der Blick durch das Fenster hindurch am starren, eintönigen Weiß müde wird, nun plötzlich ein blühendes Zyklamestöckchen grüßt? Wie das weiche, samtene Pastell seiner Farbe unserem Blick schmeichelt! Wie die zarte, bizarre Form seiner Alpenveilchenblüte vor dem stumpfen Grün der Blätter steht, holdselig, noch in der Knospe halb darin verborgen. Oder es hebt eine Hyazinthe das duftende Rokoko ihres weißen, blauen oder rosa Blütenstengels aus dem kleinen Stöckerl empor, dem wir vor Wochen die bescheidene Zwiebel in das Erdreich gelegt. Königlich belohnt es unsere Mühe.
Ein kräftiges Geranienrot, in den letzten milden Tagen aus der Knospe entwickelt, zaubert den prangenden Bauernsommer in unsere winterliche Stube und nimmt sich seltsam genug aus zwischen den lichtgrünen, hängenden Zweigen des Asparagus.
Ein Zimmertännchen steht bevorzugt auf erhöhtem Platz, eine zarte Blätterlinde gesellt sich dazu. Das stachelige Volk der Kakteen bockt trotzig in den dunkleren Ecken.
Viel an immergrünem Zimmergewächs, an schönen, haltbaren Winterpflanzen wäre noch zu nennen. Der Botaniker oder der Gärtner, wäre es wie früher, würde einem sofort Wahl zur Qual machen. Wir würden viel erfahren von der Pflege und Wartung der Pflanzen, das Einfache und Alltägliche davon wissen wir wohl selbst.
Pflegen sollen wir mehr noch als das kurze Augenblicksinteresse am neuen Sport die tiefe, bleibende Freude an diesem echt fraulichen, beglückenden Tun, das unter unseren Händen Blumen sprossen läßt, Geschwister des strahlenden Sommers, Zier und Schönheit unseres Lebens und Wohnens auch im Winter. Amri.
Jst Stricken gesund?
Einer interessanten Abhandlung über Versuche in Schweizer Bergsanatorien entnehmen wir, daß die dort angestellten Versuche an Patienten zur Feststellung geführt haben, daß die gesundheitsfördernde und ablenkende Tätigkeit des Strikkens, besonders für den Gemütszustand, bedeutender sei als die vieler anderer Handarbeiten. Auch an männlichen Kurgästen, die sich dieser Tätigkeit unterziehen mußten, konnten die gleichen Beobachtungen gemacht werden.
Demgegenüber steht allerdings die Behauptung, daß zu langes und intensives Stricken die Nerven der Frau nicht nur anrege, sondern auch sehr anstrenge, was aber wohl auch von anderen weiblichen Tätigkeiten wie zum Beispiel Sticken gesagt werden kann.