Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:7

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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blatt ist nur im Sinzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung
Nummer 31/ 1. Jahrgang
Redaktionelle Einsendungen und Aufragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Freitag, 27. Juli 1945
keiner war ein Nazi ...
Sieben lange Jahre ist das österreichische Volk, ist die Bevölkerung Tirols von den Nationalsozialisten gepeinigt und geschunden, seiner elementarsten Freiheitsrechte beraubt worden. Sieben lange Jahre hindurch hat man uns wie unmündige Kinder behandelt. Vielleicht ist das gar nicht das richtige Wort. Wie Sklaven, wie Zuchthäusler sind wir behandelt worden! Sieben lange Jahre hindurch haben die aus Deutschland auf uns losgelassenen Hitlerkreaturen uns wie Hunde behandelt. Unsere Soldaten, junge Burschen und gesetzte, bärtige Tiroler Bauern, brave Arbeiter, die von ihrer Familie losgerissen worden sind, wurden von blutjungen, mit Hochmut bis zum Hals hinauf angefüllten Offizieren — meistens aus den Hitler=JugendSpeziallagern hervorgegangen — wie Schulbuben behändelt. Unsere Amter sind mit großschnauzigen,
braununiformierten Parteibuchbeamten aus Deutschland durchsetzt worden. Junge Kerle, die aus Preußen nichts mitbrachten als eine gehörige Portion Frechheit und eine Parteibuchbestätigung, daß sie „Alte Kämpfer“ seien, Leute, die keine blasse Ahnung von österreichischen Verhältnissen, nicht die aeringsten Vorkenntnisse hatten, wurden die Vorgesetzten von erfahrenen, im Dienste grau gewordenen österreichischen Beamten. (Die „Alten Kämpfer“ waren nicht selten 25 bis 26 Jahre alt!) Leute, die etwa aus der norddeutschen Tiefebene oder aus Ostpreußen bezogen worden waren, kamen zu uns mit dem Auftrag, die Tiroler Bauern zu belehren, wie man Landwirtschaft betreiben müsse.
Wir wurden von der Geburt bis zum Tode bespitzelt. Noch nie war Tirol so von Spitzeln besetzt, noch nie war das Angeber= und Denunziantentum so groß, noch nie war ein so gewaltiger Polizeiapparat aufgezogen worden als zu der Zeit, da uns die Nazi zu Tode, in Grund und Boden regierten.
Und ausgerechnet dieses aus Berlin verschriebene Gewalt= und Unterdrückungssystem fand die ungeteilte Zustimmung unserer Nazi selbst! Sie fanden das alles in der Ordnung. Jede Maßnahme, die von Berlin aus befohlen ward, jeder neue Gewaltstreich gegen die österreichische, gegen die Tiroler Bevölkerung, jeder neue Raubzug gegen die „Ostmark“ fand bei den österreichischen Nazi, bei den Braunen in Tirol jubelnden Beifall. „Führer befiehl, wir folgen dir!“ Alles war ihnen recht, was ein größenwahnsinniges Gewaltsystem anzuordnen gut befand, alles gefiel ihnen, was die Oberbonzen des Nazitums befahlen und deren Tiroler Mamelucken durchführten!
Die Nazi aus Preußen fanden in den Nazis aus Tirol nur allzu willige Handlanger und Helfershelfer gegen das eigene Volk! Tiroler denunzierten Tiroler bei der Himmlerpolizei, Tiroler Naziweiber schnüffelten mit einem Eifer, der einer besseren Sache würdig gewesen wäre, in den Häusern, den Familien, in den Geschäften herum, um Leute, die ein aufrichtiges, aber unbedachtes Wort gesprochen, der Gestapo, dem Gefängnis, dem Konzentrationslager auszuliefern!
Mit einem Wort: Unsere Nazi waren brutal und verlogen zugleich. Brutal, indem sie rücksichtslos die terroristischen Geschäfte Hitlers und seiner Kreaturen in vollster Ordnung fanden und tätig Anteil daran nahmen, verlogen, indem sie gewissenlos die verlogene, auf tausendfachen Schwindel aufgebaute, von Goebbels belieferte Propagandamaschinerie in stetem Schwung zu halten mithalfen.
Hitlers Gewaltsystem starb eines schmählichen, aber verdienten Todes. Und nun begibt sich folgendes: Die, die einst aus vollen Lungen ihr „Hosianna!“ riefen, sie schreien jetzt nicht weniger laut ihr „Kreuzige ihn!" Jetzt auf einmal will keiner jemals ein Nazi gewesen sein! Jeder entpuppt sich urplötzlich
und über Nacht als wütender Gegner der Nazi! Jeder drückt uns biedermännisch die Hand und versichert uns, er sei todfroh, daß „das Gesindel endlich verschwunden ist“. dem sei es, so erzählt uns jeder, schon seit langem klar, daß sich „so etwas nicht werde halten können“. Immer wieder wird uns von Leuten versichert; die uns vor ein paar Monaten noch kaltblütig der Gestapo ausgelie fert hätten, hätten wir auch nur einen Muckser gemacht, sie seien Zeit ihres Lebens brave Demokraten gewesen! Nazi, die in der illega
der englischen Arbeiterpartei
London, 26. Juli. Nach den bisherigen Wahlergebnissen hat die Opposition einen großen Erfolg zu verzeichnen. Zwei Drittel aller Stimmen wurden für die Labour=Party abgegeben.
Bei den diesmaligen Wahlen wurden 640 Parlamentsmitglieder für 620 Wahlbezirke gewählt. Die Stimmzettel waren in 18.000 Urnen aufbewahrt.
Um 1.20 Uhr hatte die Arbeiterpartei bereits über 320 Sitze gewonnen; damit verfügt sie über die erforderliche Parlamentsmehrheit. Es stand noch die Entscheidung über 143 Sitze aus. Wenn sich diese ähnlich wie bisher verteilen, kann die Arbeiterpartei mit 380 bis 400 Sitzen, also mit einer gut arbeitsfähigen Mehrheit rechnen.
Um 1 Uhr war der Parteienstand folgender: Von 497 Parlamentssitzen entfielen auf die
Arbeiterpartei 311 Konservative 153 alle übrigen 4
Es waren von etwa 11.6 Millionen Stimmen 5.8 Millionen für die Arbeiterpartei und 4.1 Millionen für die Konservativen abgegeben worden.
Clement Attlee — Ministerpräsident
Wie Reuters politischer Korrespondent meldet, hat Großbritannien nunmehr eine sozialistische Regierung. Der 62jährige Führer der Arbeiterpartei, Clement Attlee, ist der
Am Samstag, den 28. Juli, wird der berühmte Organisator und Führer der französischen Befreiungsarmee General de Lattre de Tassigny Innsbruck besuchen. Er besteigt um 11 Uhr mittags in Lindau den Sonderzug und wird um 1 Uhr in St. Anton eintreffen. Die Ankunft in Innsbruck erfolgt um 6 Uhr abends. Aus diesem Anlaß findet eine große Truppenschau statt. Um 7 Uhr abends ist Empfang in der Hofburg. Zu Ehren des Heerführers wird von hervorragenden künstlerischen Kräften ein Symphoniekonzert dargeboten. Um halb 9 Uhr abends ist das Diner im Hotel Mariabrunn. Um 10 Uhr wird im Hofgarten ein Gartenfest mit Feuerwerk abgehalten werden. General Lattre de Tassigny nimmt sein Nachtquartier in Igls, wohin er sich begibt, um am nächsten Tag die Gemsenjagd zu pflegen. Die Abreise des Generals erfolgt am Montag früh.
neugewählte Ministerpräsident. Er wird das Amt von Winston Churchill nach dessen formellem Rücktritt übernehmen.
England versucht als erstes unter allen Ländern, die in die fürchterliche, Katastrophe dieses Krieges verwickelt waren, sein inneres politisches Leben auf das Gleichgewicht der friedlichen Verhältnisse zu bringen. Ein halbes Jahr vor Beendigung des Krieges hat Churchill seinen Landsleuten versprochen, daß sie, sobald der Waffenlärm in Europa sverstummt sein wird, in der Sprache der Stimmzettel ihre Meinung ausdrücken dürfen. Der Engländer ist weniger empfindlich für materielle Entbehrungen, die ihm die Kriegszeit auferlegt, als gegenüber gewissen Maßnahmen, welche die von ihm als höchstes Gut geschätzten Freiheitsrechte beeinträchtigen. Churchill war gezwungen, um die Landesverteidigung wie die Bereitstellung der Kräfte für den Endsieg zu sichern, einschneidende Einschränkungen der Freiheit des englischen Bürgers
vorzunehmen. Mit feinem Gefühl erkannte der Staatsmann, daß die vom englischen Bürger geforderten Opfer nur dann tragbar sind, wenn er sicher sein darf. daß der vorübergehende Zustand der Einschränkungen bald durch die Rückkehr zu demokratischen Traditionen des Landes überwunden sein wird.
Es ist selbstverständlich, daß die ungeheuren Anforderungen der Kriegszeit wirtschaftliche und sozialpolitische Ansichten zur Reife gebracht haben, die man in weiten Kreisen noch vor fünf Jahren als Ketzerei gegen die gesunde Vernunft und als Utopie verworfen hätte.
richten.
General de Lattre de Tassigny
General Jean de Lattre de Tassigny ist am 2. Februar 1881 in Moulleron=en=Pareds in der Vendee geboren. Er besuchte die Militärschule von Saint Cyr. In den Krieg von 1914 zog er als Leutnant. Als Hauptmann in
einem Infanterieregiment begann er den
Friedensdienst. Der viermal Verwundete und durch acht ehrenvolle Erwähnungen ausgezeichnete Offizier verbrachte die nächsten Jahre in Marokko, wo er während der Kämpfe im Rif 1925 schwer verwundet wurde. Er kehrte nach Frankreich zurück, besuchte die Kriegsakademie und leistete nach deren Absolvierung die Dienste im Generalstab. Als Führer der. 14. Division leistete er während
Der Sieg der Arbeiterpartei bedeutet nicht so sehr eine Niederlage der großen Politik Churchills, als einen Ausdruck des Unmutes der Wählerschaft gegen die konservative Partei, deren Grundsätze und Methoden die Engländer als verzopft abgelehnt haben. — Auch jene Wählerschaft, die ihre Stimmen der Arbeiterpartei gab, hat die auswärtige Politik Churchills nicht abgelehnt. Der Führer der Arbeiterpartei Attlee, der jetzt die Regierung bilden wird, hat bei mehreren Gelegenheiten hervorgehoben, daß die außenpolitischen Richtlinien Churchills sich mit denen der Arbeiterpartei decken. Die englische Arbeiterpartei ist in ihrer Mehrheit jedem Radikalismus abhold. Im Sprachgebrauch des Kontinents würde man sie als eine Partei des gemäßiaten Fortschrittes bezeichnen. Vielleicht ist die Umwälzung, die sich in England diesmal durch den
Stimmzettel vollzogen hat, größer und bedeutungsvoller als eine wild tobende Revolution. Könnte es doch sein, daß die Umschichtung, welche der Krieg in der Wirtschaft wie in den gesellschaftlichen Verhältnissen hervorgebracht hat, einen neuen Lebensstil schafft.
des Krieges von 1939/40 hervorragende Waffentaten. Nach dem Waffenstillstand wurde er Höchstkommandierender der Truppen in Tunis. Später wurde er als Divisionskommandant nach Montpellier berufen. Am 11. November 1942 besetzten die Deutschen das damals vom Feinde noch freie Gebiet Frankreichs. General de Lattre de Tassigny gab seinen Truppen Befehl, Widerstand zu leisten. Man lieferte ihn aus, verhaftete ihn und verurteilte ihn zu zehn Jahren Gefängnis. Trotz der strengsten Bewachung entkam er am 3. September 1943 durch eine abenteuerliche Flucht dem Gefängnis in Riom. Zuerst ging er nach London, dann nach Algier, wo er sich General de Gaulle zur Verfügung stellte. Der ausgezeichnete Offizier wurde zum Armeegeneral ernannt. Er wurde die Seele der für den Freiheitskampf in Nordafrika sich sammelnden
Divisionen. Im Juni 1944 leitete er das kühne Unternehmen gegen Elba. Am 16. August landete er mit seiner ersten Armee an der Küste Südfrankreichs. In kühnen Gewaltmärschen riß er Toulon und Marseille an sich. Dann stürmte er nordwärts, nahm Lyon und befreite das burgundische Land. Am 14. November unternahm er den Angriff gegen Belfort und gegen das Oberelsaß. Nach 14tägigen Kämpfen gelang ihm die Erreichung dieses Zieles, was die Befreiung von Straßburg ermöglichte. In den Tagen der großen entscheidenden Siege führte er dann seine wackeren Truppen über den Rhein und nach Süddeutschland. General de Lattre de Tassigny ist mit einem hohen Grad der Ehrenlegion ausgezeichnet.
Wir werden übrigens über die erste Armee in den nächsten Tagen noch eingehend be
Die ruhmreiche erste französische Armee, von der wir gestern in letzter Stunde gemeldet haben, daß sie als solche aufhört zu bestehen und die Besatzung bilden wird, wurde in Nordfrankreich aufgestellt.
Sie besteht zum Großteil aus französischen Kolonialtruppen; in ihr dienen aber auch zahlreiche französische Offiziere und Soldaten, die General de Gaulle nach London gefolgt sind oder die sich auf irgend welchen Geheimwegen nach Nordafrika durchschlugen. In harten Kämpfen machte sie den afrikanischen und italienischen Feldzug mit und landete im Sommer vorigen Jahres an der südfranzösischen Küste. In wenigen Tagen eroberte sie Marseille und Toulon, um dann in raschem Vorstoß die Rhone aufwärts nach Lyon und weiter nach Norden vorzustoßen und die Alpen zu säubern. Beim Angriff auf das Elsaß ist sie wieder mit an der Spitze. Sie eröffnet damit die Tore nach Baden und Württemberg und stieß dann bis nach Vorarlberg vor.
len Zeit wacker Papierböller warfen. Bomben im Hosensack herumtrugen, Brücken sprengten, verurteilt worden waren, nach der Machtübernahme durch die Nazi erst recht ihren nazistischen Allüren freien Lauf ließen — jetzt auf einmal erklären sie, sie seien nie und nimmer Nazi gewesen! Jeder verleugnet seine hitlerische Vergangenheit, jeder versucht seine Mittäterschaft zugunsten eines verfluch
Rückkehr kriegsgefangener Tiroler aus Italien
(LHK.) In der letzten Zeit bereisten zwei Tiroler Persönlichkeiten verschiedene Kriegsgefangenenlager in Italien, die von den amerikanischen und englischen Truppen eingerichtet wurden. Die beiden Besucher waren die ersten Zivilisten, die mit den Gefangenen sprechen durften, und sie brachten von ihrer Reise interessante Ergebnisse mit.
In den von den amerikanischen Truppen bewachten Lagern in Bozen, Ghedi (bei Brescia), Modena, Pisa, Livorno, Neapel und Bari sind ungefähr 300.000 deutsche Soldaten, darunter 20. 000 öster reicher, untergebracht. Die Amerikaner haben die Absonderung und eheste Freilassung aller österreichischen Kriegsgefangenen zugesagt, die nicht im russisch besetzten Gebiet Österreichs daheim sind.
ten und verruchten Schandsystems zu verwischen und mit frecher Stirne abzuleugnen. Keiner will für seine Taten einstehen! Genau so wenig wie ihr Herr und Meister Hitler selbst, der immer wieder erklärte, er trage für alles, was er tue, die Verantwortung. Um dann, als es galt, das gegebene Wort einzulösen....
Karl Gvatter.
Zunächst werden die Salzburger und Tiroler entlassen, und zwar über Innsbruck, wo sie den französischen Besatzungsbehörden zur Entlassung übergeben werden sollen.
Demnächst werden 4200 Tiroler, Vorarlberger und Salzburger in ihre österreichische Heimat zurückkehren.
Zwischen Rimini und Cervia liegen englische Lager, worin 12.000 Österreicher gesangengehalten werden. Auch die englischen Behörden haben die Absonderung der österreicher von den Reichsdeutschen versprochen und es ist zu hoffen, daß unsere Landsleute auch aus diesen Lagern bald in die Heimat zurückkehren werden.
Die beiden Besucher der englischen und amerikanischen Gefangenenlager erklärten, daß sich die Kommandostellen sehr entgegenkommend gezeigt hätten. Dies sei nicht zuletzt auf die Vorsprache Dr. Kurt von Schuschniggs in Rom zurückzuführen, der sich sehr für den Heimtransport der österreichischen Kriegsgefangenen eingesetzt habe.
Die Verpflegung der Gefangenen, so berichten die Gewährsleute, sei durchwegs gut; nur litten die Gefangenen sehr unter der Hitze und unter dem Mangel an Nachrichten von zu Hause.