Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.6
Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.
Gesamter Text dieser Seite:
Seite 2 Nr. 37
Tiroler Tageszeitung
Freitag, 3. August 1945
Vom Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
In der Generalversammlung des Tiroler Landesmuseums wurde als Mitgliedsbeitrag für 1945 ein Mindestbeitrag von RM. 5.— festgesetzt. Der neugewählte Vorstand, Kommerzialrat Zimmeter, wies in seiner Ansprache darauf hin, daß in der gegenwärtigen Notzeit, die bedeutendere Mittel als je erfordert, neben den öffentlichen Stellen — Land, Stadt und die Innsbrucker Sparkasse sind die traditionellen Stützen des Museums — gerade auch die Mitglieder durch Leistung und Werbung zu wichtigen Förderern des Institutes werden müßten. Wie richtig dieser Aufruf verstanden wurde, erweist sich darin, daß in den letzten Tagen eine ganze Reihe von 100-RM.=Spenden an Stelle des Mitgliedsbeitrages im Museum eingelaufen sind.
Fettmarkenabgabe in Gasthäusern
Ein Leser sendet uns folgende Beschwerde: Die tägliche Fettration betrug vorige Woche 14 Gramm. In der zweiten Woche gibt es überhaupt kein Fett. Diese Tatsache wurde erst vorigen Samstag bekannt, so daß es nur wenige geben wird, die sich die 100 Gramm auf zwei Wochen einteilen konnten. Die Tagesration würde dann 7 Gramm betragen. In dieser stammgerichtlosen Zeit ist daher die Markenahgabe fur jeden, der in Gasthäusern essen muß, ein Problem. Für manche Wirte anscheinend nicht, da noch weiterhin 10, 15 und sogar 20 Gramm Fett für eine Speise
verlangt werden. Vorigen Sonntag wollte ein Gasthaus im Wattental für eine Omlette sogar 30 Gramm Fett verlangen. Für eine Karsiolsuppe wurden 50 Gramm Brot verlangt, was gleichfalls unzulässig ist. Derartige Vorkommnisse gehören wohl angeprangert.
Der Ankauf von Frühkartoffeln
Das Landesernährungsamt teilt mit: Der Ankauf von Frühkartoffeln direkt beim Produzenten nimmt in einer Weise zu, daß die Erfüllung der Ablieferungspflicht gefährdet erscheint. Jeder direkte Verkauf von Frühkartoffeln seitens des Produzenten ist daher gegenwärtig verboten. Die Abgabe von Frühkartoffeln darf nur durch die Verteilerstellen auf die hierfür jeweils aufgerufenen Abschnitte erfolgen. Zuwiderhandelnde unterliegen der Bestrafung.
Brotration für die Vollselbstversorger
In der 3. (78.) Zuteilungsperiode können die Inhaber von Brotkarten für Selbstversorger auf den Abschnitt 428 1000 Gramm, auf den Abschnitt 430 500 Gramm Brot beziehen.
Suche
Frau Krohn Anna mit Kind Elsa, Gasthof „Zur Post“, Zell a. Ziller, L. K. Schw., im Zillertal, Tirol, sucht ihren Mann mit Kind Nora. Letzte Anschrift: Wien XIV, Penzingerstraße Nr. 84.
Die Verbesserungen im Bahnverkehr
Die gemeinsame Besetzung der Länder Tirol und Vorarlberg durch französische Besatzungstruppen hat es ermöglicht, das enge Band, das die beiden Länder schon seit vielen Jahren zusammenschließt, wieder enger zu knüpfen und auch auf verkehrstechnischem Gebiete verschiedene Verbesserungen durchzuführen.
Es verkehren nun wieder durchgehend Personen= und Güterzüge zwischen Innsbruck und Bregenz wie vor dem Kriege. Für militärische Zwecke der alliierten Regierungen werden zwischen Lindau und Kufstein zusätzlich Schnekl= und Urlauberzüge gefahren.
Die bisher nur bis Steinach laufenden Personenzüge auf der Brennerstrecke werden bis Gries weitergeführt. Am stärksten belastet ist derzeit die betrieblichschwierigste Strecke Innsbruck — Scharnitz. Außer zwei Personenzügen in jeder Richtung rollt der ganze Rücktransport der Italiener von Deutschland in ihre Heimat über die eingleisige, für einen größeren Verkehr nicht entsprechend ausgebaute und ausgestattete Linie. Außerdem wird in allernäch
ster Zeit auch die Verbindung mit Reutte, die bekanntlich über reichsdeutsches Gebiet führt, ab Scharnitz wieder hergestellt.
Aus dem Süden kommen täglich Züge deutscher Soldaten, die in ihre Heimat befördert werden. In den letzten Tagen trafen auch Transporte mit entlassenen österreichischen Kriegsgefangenen ein, unter denen sich viele Tiroler befanden.
Der gesamte Bahnverkehr kann dank der schon im ehemaligen österreich durchgeführten Elektrifizierung in Tirol und Vorarlberg ohne Verbrauch der jetzt so schwer zu beschaffenden Kohle durchgeführt werden. Die vorhandenen Energiereserven sind so groß, daß der Bahnbetrieb noch ganz bedeutend gesteigert werden konnte.
An der Wiederinstandsetzung und Verbesserung der zerstörten Bahnanlagen wird fleißig gearbeitet. Die Gleise werden in den beschädigten Bahnhöfen weiter hergerichtet, Brükken werden gebaut, Gebäude zur Wiederbenützung instandgesetzt, die elektrischen Anlagen sowie die Sicherungs= und Fernsprecheinrichtungen in Ordnung gebracht. Unermüd
(Alle Rechte bei Geraldine Katt.)
„Mnsee Doßtar“
Ein Tatsachenbericht über die Welt des Theaters und des Films während des Nationalsozialismus
Von Geraldine Katt
(Fortsetzung)
Kurze Zeit darauf lernte ich in Berlin das K. d. d. K. kennen. Wenn ich nun den Versuch unternehmen will, das K. d. d. K. möglichst genau zu schildern, so geschieht dies deswegen, weil diese Vereinigung in der gesamten nationalsozialistischen Kulturwelt eine ausschlaggebende Rolle spielte. K. d. d. K ist die Abkürzung für „Kameradschaft der deutschen Künstler" Das Haus, in dem diese „Kameradschaft“ untergebracht war, gehörte ursprünglich einmal der Mutter des ermordeten deutschen Ministers Rathenau oder sogar ihm selber. So genau weiß ich es nicht. Es war eine große, prächtige Villa mit allem nur denkbaren Komfort in der Viktoriastraße im Tiergarten, mitten im Berliner Diplomatenviertel. Begründer, Präsident und Vizepräsident dieser Kameradschaft waren der
Bühnenbildner Benno von Arent und Staatsrat Hans Hinkel, der letzte Präsident der Reichskulturkammer. Wegen seiner Verdienste um die K. d. d. K. wurde Benno von Arent von Dr. Goebbels erst zum Professor und dann sogar zum Reichsbühnenbildner ernannt. Der stets bereite Witz der Berliner Künstlerschaft verspottete gleichzeitig mit dieser eigenartigen Ernennung die hemmungslose Abkürzungssucht der Nazis, indem sie ihn von diesem Tage ab in vertraulichen Gesprächen nur mehr noch den „Rei
bübi“ nannte.
Bei der Gründung der K. d. d. K. mag dem Reibübi als Idealbild vornehmer Geselligkeit so etwas Ahnliches wie ein englischer Herrenklub vorgeschwebt haben. Darum hielt er auch streng darauf. daß die Klubräume nur in Gesellschaftskleidung betreten werden durften. Wer nicht Gesellschaftskleidung trug, der wurde mitleidslos in die in den Kellerräumlichkeiten gelegene Bierschwemme verbannt. Dort konnte er überlegungen darüber anstellen, warum eine aus dem Volke kommende Regierungsform, die ihre Volksverbundenheit bei jeder nur denkbaren Gelegenheit
betonte, für die „Freizeitgestaltung“ ihrer Künstler nur das große Abendkleid, den Frack oder den Smoking, als allein mögliche Kleidung zuließ.
Durch seine Tätigkeit als Vorsitzender dieser Vereinigung wurde Benno von Arent ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor in der gesamten deutschen Künstlerwelt und der bis 1935 bei Dr. Goebbels absolut nicht beliebte Hans Hinkel eroberte sich sogar den ganzen Rundfunk und den ganzen Film als unmittelbare Einflußsphäre. Darüber hinaus war aber Hinkel während der letzten Kriegsjahre auch noch Vorsitzender des „Sondertreuhänders für kulturschaffende Berufe“, eine Einrichtung, die hauptsächlich dazu diente, unbeliebten, aber für bestimmte Gebiete noch nicht verbotenen Künstlern den Brotkorb höher zu hängen durch drastische Kürzungen ihrer Gagen. Wer es also mit einem dieser beiden Männer verdorben hatte, der brauchte gar nicht mehr damit zu rechnen, in
seinem Berufe jemals wieder beschäftigt zu werden. Im Gegenteil, er mußte sogar auf der Hut sein, daß die hinter Hinkel stets bereit stehende Gestapo nicht gegen ihn eines Tages aus irgend einem an den Haaren herbeigezogenen Grunde einschritt. Selbstverständlich waren sowohl Benno von Arent wie auch Hans Hinkel höhere SS=Funktionäre. Ich weiß nicht, ob sie nun Sturmbannführer waren oder sogar noch etwas Höheres, weil ich mich mit diesen Chargen niemals ausgekannt habe. Beide trugen jedenfalls immer furchtbar viele Sterne und sehr viele Orden, wenn sie sich in diesem Aufzuge in der K. d. d. K. zeigten.
Bevor ich weiter über die K. d. d. K. spreche, muß zunächst einmal gesagt werden, daß zwar jeder Künstler dort Mitglied war, weil er es eben sein mußte, wenn er nicht Gefahr laufen wollte, als verdächtiger Außenseiter zu gelten, daß aber die wirklichen Könner unter den Prominenten höchst selten dort zu sehen waren. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich dort nur ein einziges Mal Kolleginnen wie Käthe Dorsch, Käthe Gold oder Kollegen wie Ewald Balser und Werner Krauß gesehen. Ich greife diese Namen nur heraus, möchte aber nochmals betonen, daß der größte Teil der ernsthaften Künstlerschaft genau so handelte und sich in der K. d. d. K. nur dann sehen ließ, wenn sie hinkommandiert wurden, was ver
lich wird die Ausbesserung der beschädigten Lokomotiven und des stark in Mitleidenschaft gezogenen Wagenparks betrieben. Es gibt noch viel zu tun. Emsig ist die gesamte Eisenbahnerschaft daran, die Schäden an den Bahnanlagen zu beheben, wobei noch viele Schwierigkeiten überwunden werden müssen.
Die günstige Jahreszeit mit den langen Tagen wird ausgenutzt, um möglichst viel noch vor Einbruch des Winters zu erreichen. Dieser wird heuer leider auch die Eisenbahn hart treffen. Es fehlt vor allem die Beheizungsmöglichkeit von Personenwagen, Beleuchtungsmittel und viele andere Dinge, die im Sommer nicht vermißt werden. Mit Recht können wir aber hoffen, daß die französische Militärregierung, die schon bisher die österreichische Eisenbahn in Tirol und Vorarlberg bestens unterstützt hat, ihre weitere Hilfe nicht versagen wird. Ein Stab bewährter französischer Fachoffiziere mit Herrn Oberst Dupin an der Spitze trägt dafür Sorge, daß die Eisenbahn in Tiröl und Vorarlberg die ihr zustehende Aufgabe auch unter den derzeit besonders schwierigen Verhältnissen
erfüllen kann.
von Radio Innsbruck
Am Samstag, 4. August, bringt Radio Innsbruck um 18.30 Uhr eine lyrische Eigensendung. Fred Liewehr, der jugendliche Held vom Wiener Burgtheater wird aus dem Schaffen österreichischer Dichter eine Folge unter dem Titel „Österreichische Landschaft im Gedicht“ lesen.
TMEATER UND KUNST
Landestheater —
Freitag, 17.00 Uhr: „Die drei Dorfheiligen“, Gastspiel der Breinößlbühne.
Am Samstag, 4. August, 16.00 Uhr Konzert des Ensembles W. Baranow. Programm: Russische und ukrainische klassische Musik und Volkslieder mit Volkstanz. Kartenvorverkauf an der Kasse des Landestheaters ab Donnerstag, 2. August.
„Tanz um den Myrthenkranz“
unter den allerschwierigsten Umständen, nach kaum zweimonatlicher ordentlicher Spielzeit eine solche Sensation herausbringt und, wie die Vorbereitungen, in die wir neugierig und vorwitzig hineingeschaut haben, zeigen, in ganz großem Rahmen herausbringt. Vollkommen neue Bühnenbilder, vollkommen neue Kostüme, ein tadelloses Orchester — die Bereitschaft des Kirchenchores St. Nikolaus, sich in großmütiger Weise hiezu kostenlos zur Verfügung zu stellen, sei hier besonders hervorgehoben — es ist eine Unsumme von Bemühungen, denen sich Direktor Pleß und Operndirektor Neßler in gemeinsamer Zusammenarbeit mit allen übrigen Beteiligten hier unterzogen haben.
Wir dürfen daher diese Erstaufführung mit großer Spannung erwarten, denn — was das Wag
FILL MTHEATER
Kammerlichtspiele: „Die falsche Braut“. Zentral: „Die große Nummer“. Triumph: „Karneval der Liebe“ Laurin: Gastspiel der Klingenschmidbühne (4.00 und 6.30 Uhr) Löwen: „Peterle“. Spielzeit: 3.00, 5.00 und 7.00 Uhr. Vorverkauf 10.00 bis 11.00 Uhr. Filmbühne Hall: „Lumpazi Vagabundus“ (7.00 Uhr).
SPORT UND SPIEL
S. K. Innsbruck — S. V. Innsbruck 5:2 (1:1 Vergangenen Samstag abends fand die zweite Begegnung zwischen Sportklub und Sportverein statt. bei der es abermals der schnelleren und zweckmäßiger spielenden Sportklubmannschaft gelang, einen 5:2 = Sieg zu erringen. — Das Jugendvorspiel mußte wegen Nichtantreten der Sportklubjugend entfallen.
Internationale Sportnachrichten Der finnische Erziehungsminister verlangte die Abhaltung der nächsten Olympischen Spiele in Finnland mit der Begründung, daß die Olympischen Spiele von 1940 nicht abgehalten werden konnten und daß der an Finnland im Jahre 1938 erteilte Auftrag, die Spiele abzuhalten, nicht zurückgenommen worden sei. — Am 25. und 26. August und 2. September werden im olympischen Stadion in Amsterdam die Weltmeisterschaftskämpfe im Radfahren ausgetragen werden.
Nachdem es Herrn Direktor Mario Maris gelungen ist, die Klingenschmid=Bauernbühne noch für weitere Gastspiele zu verpflichten, fand am Montag die Premiere des Lustspieles „Der Tanz um den Myrthenkranz“ von Anton Maly statt. Das Stück fand den ungeteilten Beifall der Bevölkerung und war von nicht endenwollenden Lachsalven begleitet. In den Pausen spielte Franz Görtz mit seiner Kapelle.
Zur Erstaufführung von Mozarts „Zauberflöte“ im Tiroler Landestheater am Samstag, 4. August, 18.00 Uhr
Immer, auch schon in Friedenszeiten, in denen man um eine reiche Auswahl von verschiedenen Festlichkeiten wahrhaftig nicht verlegen war, galt es als ganz besonderer künstlerischer Genuß, Mozarts „Zauberflöte“ wieder einmal gesehen und gehört zu haben. Wieviel mehr gilt das in heutiger Zeit, die gekennzeichnet ist durch ein großes, echtes Bedürfnis der Menschen nach Erhebung und Bereicherung durch die Kunst.
Man muß es daher nicht nur als Wagnis, sondern auch als ein wirkliches, begrüßenswertes Zugeständnis diesem aufrichtigen Kunsthunger gegenüber bezeichnen, wenn das Tiroler Landestheater
Binder in Innsbruck
Am Sonntag, 5. August. findet um 10 Uhr vormittags am Tivolisportplatz das Retourspiel des S. C. Rot=Weiß Innsbruck gegen S. C. Kufstein bei jeder Witterung statt. Rot=Weiß Innsbruck, welcher mit Neuaufstellung antritt, wird alles daran setzen, um dem S. C. Kufstein, welcher diesmal mit der Schußkanone Binder von Rapid Wien antreten wird, ein ehrenvolles Ergebnis abzuringen. Das Spiel leitet der in Innsbruck bereits bekannte Vereinsführer Otto Poschl von Vienna Wien. Nachmittags um 13.30 Uhr tritt die Jugendmannschaft Rot=Weiß gegen eine kombinierte Mannschaft des S. C. Kufstein an. — Beir ersten Treffen S. C. Kufstein gegen Rot=Weiß Innsbruck spielten als Gäste der Kufsteiner Mannschaft nicht vier, sondern nur ein französisches Besatzungsmitglied.
WANDERUNGEN
Pilzwanderung
in den Gnadenwald, Sonntag, den 5. August. Abfahrt von Innsbruck=Hbf. 7.10 Uhr nach Baumkirchen, Rückkehr von Hall abends. Führung: E Chaida und Dr. M. Gams.
schiedene Male im Jahr, so am 1. Mai oder zu Hitlers Geburtstag, der Fall war. Bezeichnend für diese Einstellung des größten Teiles der ernsthaften Künstlerschaft war ein Chanson des begabten jungen Textdichters und Komponisten Günther Neumann, das seine ebenso begabte Frau Tatjana Sais allerdings nur im engsten Freundeskreis und bei verschlossenen Türen singen durfte. Es lautete: „Man muß sich wieder mal sehen lassen, man war schon so lange nicht da. Man muß sich wieder mal sehen lassen im K. d. d. K.! — Denn wenn man mal fern ist, was oft man und gern ist, dann war „unser Doktor“ grad da! Man muß sich wieder mal sehen lassen im K. d. d. K.!“
„Unser Doktor“ war natürlich Dr. Goebbels. Bei dem größten Teil der Künstlerschaft war das Wörtchen „unser“ selbstverständlich ironisch gemeint. Einige Male im Monate, manchmal sogar in der Woche pflegte Dr. Goebbels zu Gast bei „seinen“ Künstlern in der K. d. d. K. zu sein. Obwohl er angeblich immer ganz unvermutet kam, war jedoch immer alles sorgfältigst auf fein Kommen vorbereitet. Kolleginnen oder Kollegen, an denen der Minister vielleicht hätte Anstoß nehmen können, weil sie beispielsweise in eventuellen Gesprächen mit ihm zu unverblümt die Wahrheit gesagt hätten, wurden schleunigst entfernt. Entfernt wurden auch alle jene, die nicht Frack, Abendkleid oder Smoking trugen, selbst wenn sie sich nicht in den oberen Räumen, sondern im Bierkeller aufhielten;
denn es hätte ja möglich sein können, daß der Minister es einmal vorzog, die im Keller liegenden Räumlichkeiten zu besuchen. übrig blieben nach dieser strengen Musterung durch Präsident und Vizepräsident nur festlich gekleidete hieb= und stichfeste Nazis, bei denen man nicht Gefahr lief. daß sie dem Minister gegenüber ein unbedachtes Wort fallen ließen.
Aber dies war nur ein geringfügiger Teil der Vorbereitungen, gewissermaßen sogar der kleinste und unwesentlichste. Das Wichtigste waren nun einmal die jungen Mädchen, deretwegen der Minister überhaupt ins K. d. d. K. kam und die den Ehrgeiz hatten, ohne viel Mühe und ohne etwas gelernt zu haben über Nacht im Film oder im Theater Karriere zu machen. Sie telephonisch zu verständigen und schleunigst herbeizuzitieren,
war die delikate Aufgabe, die sich Präsident und Vizepräsident persönlich vorbehalten hatten. Mit rauchenden Telephonhörern in den Händen saßen beide bis kurz vor der Ankunft des Ministers in ihren im Erdgeschoß liegenden Büros und verständigten alle jene, die von ihnen für würdig befunden worden waren, dem Minister vorgestellt zu werden.
Der amtliche Ausdruck für alle diese jungen hübschen Mädchen lautete: „Filmnachwuchs. Bei den Produktionsleitern der Filmgesellschaften und in den Theaterkanzleien wurden sie kurzweg als „Mädchen aus dem K. d. d. K.“ bezeichnet. Diese Bezeichnung war zugleich künstlerische Wertung und auch Warnung in einem. Künstlerische Wertung, weil jeder Regisseur sofort wußte, daß er in solchen Fällen mit schauspielerischen Qualitäten auf keinen Fall rechnen durfte, und Warnung, weil viele dieser Mädchen die gefährliche Angewohnheit hatten, dem Minister jede unbedachte Außerung von Kolleginnen und Kollegen sofort zu hinterbringen.
Wenn man nun von mir die Nennung einiger Namen erwartet, so muß ich das ablehnen, wei ich finde, daß das während der Nazizeit groß gewordene Denunziantentum nicht von einer neuen und anständigen Zeit übernommen werden darf Außerdem glaube ich, daß die meisten dieser jun gen und hübschen Mädchen weder in kommenden Filmen noch auf der Bühne zu sehen sein werden weil ihnen die schützende Hand ihres Ministerfehlt und weil sie auch gar keiner Kritik standhalten könnten. Und Kritik an künstlerischen Leistungen wird es wieder geben, weil Kunst ohn Kritik nun einmal unmöglich ist.
(Fortsetzung folgt)
Ein türkisches Militärgericht in Konstantinopel hat fünf Türken wegen Spionage zu Bunsten Deutschlands zum Tode verurteilt.
*
Die in Berlin erricht#te Viermächt ontrolle führ den offiziellen Titel Alliierte Komman[dantur Berlin.
*5
Die Stadt München hat eine eigene Hilfszentrale für die ehemaligen Häftlinge eingerichtet.
Ersch
Einz.
Die S
sie zu je
welche nicht bes Friedens. aber best keit —
Pflicht, beweisen. National seits des den gesch
Man erinn Propaganda, murde, um die Umsiedlun gewinnen. gende Plan dacht war, so stoß ins Herz ist es unverst lung der Süd ter als „RückIrren wir u Ganze nichts von Täuscht rungsunterne für den Krie rade aus die Soldatenmat von jungen E in ihrem vol weillige der auf die Schl kennt nicht in das die 2 fach gestoßer die, die in de bieten anges den Glauben Heimat sei! Züge verelen Wie schme schuldig ver# jungen Men mers und de Verheißunge. Wie erschi die Erwägujunge Südt Europas un Ist das tung für die für die Um wirkt haben Wie wir u hörten, mach dn Soldate durchschaut geworden si die einheim
Leltend. schlagen, die mit den Ver den die Nan in and wie man u Zeinkehrer
Wemat in Mühsale ver men an.
„Esist ein fuhl, daß d von Nordtir handelt es s.
sonde
b
e Teile
65
Sühne heisGarchkeit
Gesd
liches
hichtssch
und
igen G