Tiroler Tageszeitung 1945

Monat:8

- S.11

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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
Erscheint in der Woche sechsmal. — Das Blutt ist nur im Einzelverkauf erhältlich. — Vorerst keine Postzustellung
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Redaktionelle Einsendungen und Anfragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck= Tyrolia, Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4
Dienstag, 7. Rugust 19½5
Glückliches Land!
Wenn man in der Zeit, da die Anschlußpropaganda auf den höchsten Touren lief, daran erinnerte, daß auch kleine Länder die Aufgabe einer staatlichen Gemeinschaft in vortrefflicher Weise erfüllen könnten, und wenn man die Schweiz als das Beispiel eines solchen beneidenswerten Staatswesens hinstellte, wurde einem das Wort: „Wie, ihr wollt die Verschweizerung österreichs?“ als eine Art des Vorwurfes von Vaterlandsverrat entgegengehalten. Wie viele von denen, die einst glaubten, „die Verschweizerung österreichs“ stände im Widerspruch mit den „nationalen“ Interessen, werden während dieser letzten Jahre im stillen Herzenskämmerchen die Schweiz als das glücklichste Land der Erde, als ein Paradies der Sehnsucht gepriesen haben! Die Schweiz, das Land ohne
Krieg! Das Land, das von den Heeren der kämpfenden Nationen umwogt, aber nicht überflutet wurde. Sicherlich hat die Regierung der Schweiz während des Krieges manche Wochen und Monate schwerer Sorgen bestanden. Hitler, der kein Völkerrecht gelten ließ, kümmerte sich wenig um die Neutralitätsakte, mit der im Jahre 1815 die europäischen Staatslenker den wahrhaft weisen Beschluß geoffenbart hatten, ein Idyll des Friedens zu errichten. Er bedrohte die Schweiz. In diesem Augenblick erwies dieses friedlichste Staatswesen die ganze Zähigkeit seines Willens zur Selbstbehauptung. Die Wehrbereitschaft der Schweiz zerstörte die Hoffnungen, daß „die Gleichschaltung“ des „Wartegaues“ mit Hilfe des beliebten „friedlichen Einmarsches“ gelingen könnte. Man
versuchte von Berlin aus die Schweiz von innen her zu unterwühlen. Auch dieses Unterfangen scheiterte an der Vaterlandsliebe der deutschen Schweizer, die mit PreußenDeutschland nicht das mindeste zu tun haben wollten. Ist es nicht die höchste Ironie, daß man den deutschen Schweizern, den Landsleuten eines Gottfried Keller, Heer, Zahn, Federer, Böcklin, die der deutschen Kultur in Vergangenheit und Gegenwart die glänzendsten Zierden verliehen haben, zumutete, sie müßten in der Schule der Herren Streicher, Himmler und Göring erst das wahre Deutschtum lernen!
Trotz mannigfacher eigener Sorgen und Nöte hat die Schweiz auch in diesem Kriege wieder ein weltumspannendes Wirken helfender Güte und tröstender Milde entfaltet. Ist die Schweiz nicht der Hochsitz des „Roten Kreuzes“, dieser wundervollen Einrichtung ständig waltender Hilfsbereitschaft? Wie vielen Millionen Menschen, über deren Stirne eine tröstende, linde Hand strich, hat sich nicht eine Gesinnung echter Dankbarkeit gegenüber diesem wurzelechten Kinde des versöhnlichen und versöhnenden Schweizer Bodens ins Herz gesenkt?
Kaum ist der Lärm der Schlachten verrauscht, begegnet die Schweiz den notleidenden, von den Wunden des Krieges gequälten Völkern mit den Wohltaten ihres Helferwillens und ihrer Hilfsbereitschaft. Soeben hat die Schweiz Wien und Innsbruck mit Gaben bedacht, um die Notlage unserer Bevölkerung zu erleichtern. Genau so wie in der Zeit nach dem ersten Weltkriege will die Schweiz auch diesmal österreichische Kinder in ihre Obhut nehmen. Herzlich drücken wir die hilfreiche
Hand, die sich uns zu uneigennütziger Freundschaftstat entgegenstreckt! Es ist ein Dank nicht nur an die vielen guten Menschen, die diese Hilfeleistung bewirkten, sondern ebenso eine Verneigung vor dem humanitären Wirken, das die Schweiz ungeachtet ihrer engen territorialen Grenzen im Gefühle der echter Humanität so dringend bedürftigen Welt zum Range einer Großmacht erhebt. Wir, die so viel gelitten haben unter einem Staatswesen, das der Unmenschlichkeit diente, preisen mit frohem, hoffendem Herzen die Schweizalseine Großmacht echter Menschlichkeit, die unabhängig von allen politischen Wechselfällen einer edlen und hohen Aufgabe dient.
Es mag nicht ohne Nutzen sein, sich zugleich die Frage zu stellen, wer für das Wohl der Menschheit notwendiger und nützlicher ist: ein Großstaat, dessen Machtwahn Millionen Menschen vernichtet hat, oder ein Kleinstaat, der seinen edlen Sinn darein setzt, die Zähren von Millionen von Unglücklichen und Lei
denden zu trocknen! Im Lichte einer solchen Erwägung offenbart sich uns die wahre Größe der Schweiz in ihren unersetzbaren Leistungen für die Wohlfahrt der Welt. Sie hat den Vorteil ihrer Neutralitätsstellung niemals mit der Art behauptet, in der man einen bequemen Ruhesitz einnimmt. Sie hat vielmehr den völkerrechtlichen Vertrag, der zu ihrem Schutze errichtet wurde, durch eine Politik gerechtfertigt, die sich in der Anregung
und Durchführung eines auf alle Länder und auf alle Völker sich erstreckenden Wohltuns einen leuchtenden Adelsbrief erworben hat. So dürfen wir denn die Schweiz glücklich preisen nicht nur deshalb, weil sie ein sicheres Dach vor dem Ungewitter des Krieges war, sondern auch deshalb, weil sie einem Altare gleicht, auf dem die warme Flamme echter Menschenliebe unbeirrt durch die Stürme der Zeiten brennt. Dr. Anton Klotz.
Fühlungnahme zwischen Wien und den Landesregierungen
Wien, 6. August. Der Berichterstatter des britischen Rundfunks in Wien meldet: Der Kanzler Dr. Karl Renner sandte auf Grund der Alliierten Erklärungen von Potsdam über österreich Botschaften an die Chefs der österreichischen Landesregierungen mit der Aufforderung, die Entsendung von Delegierten nach Wien vorzubereiten. Diese Delegierten sollen mit der provisorischen Regierung über die Verwaltung von ganz österreich beraten.
Die Donau bei Enns zur neutralen Zone erklärt
Linz, 6. August. Im Stabsquartier des Generals MacClark, Oberbefehlshaber der amerikanischen Besatzungstruppen in Österreich, wurde Samstag bekanntgegeben, daß eine 40 Kilometer lange Strecke der Donau, die jetzt die Grenze zwischen den neuen amerikanischen und russischen Besatzungszonen in Nordwestösterreich bildet, als neutrales Gebiet erklärt werden soll. Schiffe, die unter russischer oder amerikanischer Kontrolle fahren, dürfen den Teil des Flusses, der sich im Westen von der bayerischen Grenze in Deutschland bis zur Mündung des Flusses Enns erstreckt, frei benützen. Die Schiffe dürfen sich überall im Fluß bewegen, doch ist es nicht gestattet, daß ein amerikanisches Fahrzeug an den von den Russen besetzten Ufern anlegt, ebenso sollen die
Russen das amerikanische Ufer meiden. Es ist unmöglich, die Grenze zwischen den beiden Zonen in die Mitte des Flusses zu verlegen, da der schiff
bare Lauf der Donau wechselt. Nach den zwischen den beiden Alliierten getroffenen Abmachungen wird der Verkehr über die Donau mittels Fähren fortgesetzt, jedoch wird es nur den mit entsprechenden Dokumenten versehenen Österreichern erlaubt sein, diese zu benützen. Die Fähren dürfen von Angehörigen der Alliierten nicht in Anspruch genommen werden.
Alltierte Militärpolizei für Wien
Wien, 6. August. Wie am Samstag im Hauptquartier der amerikanischen Zone in Wien bekannt wurde, wird von den vier Mächten die Bildung von gemeinsamen Militärpolizeistreifen erwogen.
Österreicher erhalten in Belgien österreichische Pässe
London, 6. August. Der belgische Außenminister gab bekannt, daß Österreicher, die in Belgien laben, an Stelle ihrer deutschen Pässe österreichische erhalten werden.
Registrierung der österreicher in England
London, 6. August. Die Registrierung der österreicher in England soll bis 31. August abgeschlossen werden. Das Ziel dieser Registrierung ist, für die österreichischen Behörden die Unterlagen zur Repatriierung derjenigen Österreicher zu schaffen, die nach Österreich heimkehren wollen, und für die Unterstützung derjenigen, die andere haben.
Zusammensetzung der neuen englischen Regierung
London, 4. August. Der Ministerpräsident Attlee gab die Namen der neuernannten Minister seiner Regierung bekannt. Viele von diesen stammen aus der Arbeiterklasse. Einige von ihnen sind Bergarbeiter. Eine Frau namens Ellen Wilkinson ist Unterrichtsminister.
Der Vatikan und die englische Arbeiterpartei
London, 6. August. Die amtliche Nachrichtenagentur erwähnt, daß Ministerpräsident Attlee bei seinem vorjährigen Besuch in Rom vom Papst in Audienz empfangen wurde. Viel bemerkt wird der Bericht des „Osservatore Romano“ über die englischen Wahlen. Das offizielle Blatt des Vatikans schrieb: „Die Kirche hat im Prinzip gegen Arbeiterregierungen nichts einzuwenden. 37 von den Wahlkandidaten der Arbeiterpartei in Großbritannien waren Katholiken. 15 von ihnen sind gewählt worden.“
Die stärkste Luftwaffe der Geschichte
London, 6. August. Für die Invasion
Japans wird gegenwärtig auf Okinawa eine Luftflotte zusammengezogen, die von Kennern als die größte der Geschichte bezeichnet wird. Zur gegebenen Zeit wird die ganze taktische Luftwaffe zur Unterstützung der Erdoperationen eingesetzt werden. Japan würde dann 24 Stunden hindurch ununterbrochen angegriffen werden.
Spanien
Die amtliche Verlautbarung der Potsdamer Konferenz erklärte, daß Spanien von der Einladung in den Bund der Vereinigten Nationen ausgeschlossen ist. Begründet wird dieser Aufruf mit der Erklärung: „Weil die gegenwärtige spanische Regierung mit Unterstützung der Achsenmächte an die Macht kam und nicht die notwendigen Qualifikationen besitzt, um die Mitgliedschaft zu rechtfertigen.“
Erklärung „als willkürlich und ungerecht“ zurückgewiesen. Sie sei, so heißt es in der spanischen Darstellung, „das Resultat einer falschen, durch verleumderische Angriffe von Emigranten im Ausland geschaffene Atmosphäre“. Die spanische Emigration in Mexiko unter Führung Juan Negrins versucht eine Exilregierung zu bilden.
Frankreich kann dem Winter mit Ruhe entgegensehen
Paris, 6. August. Der Finanzminister erklärte, daß Frankreich dem kommenden Winter mit guter Zuversicht entgegensehen darf, da es sowohl aus den Vereinigten Staaten wie aus Deutschland genügend mit Kohle versehen werde. Von den Vereinigten Staaten wird Frankreich monatlich 400.000 Tonnen Kohle erhalten.
Sieg der antifaschistischen Parteien in Algier
Paris, 6. August. Bei den Gemeindewahlen von Algier haben die antifaschistischen Parteien 31 Sitze von den 36, die zu vergeben waren, erhalten. Den stärksten Anteil daran haben die Radikalsozialisten. (Die Radikalsozialisten sind eine gemäßigte Fortschrittspartei.)
Die Insel Reichenau als Erholungsstätte
Paris, 6. August. Auf Befehl des Generals de Lattre du Tassigny wurde die Insel Reichenau als Erholungsheim für französische Arbeiter, die aus Deutschland zurückkehren, eingerichtet.
Eindrücke des amerikanischen Kriegsministers über Deutschland
Washington, 6. August. Kriegsminister Stimson, der soeben aus Potsdam zurückgekehrt ist, erklärte, daß sich „im allgemeinen das deutsche Volk zur Zusammenarbeit bereit erkläre und die Besetzung als unvermeidlich betrachte. Es werde nur eine sehr geringe Untergrundtätigkeit festgestellt. Augenblicklich wenigstens scheine die Nazipartei in der amerikanischen Zone so gut wie vernichtet zu sein.“
Bisch
über den
ischof Graf Prensing Wiederaufbau Deutschlands
Berlin, 6. August. Bischof Graf Preysing, der sich in der britischen Besatzungszone Berlins befindet, erklärte in einem Interview: „Die deutsche Jugend ist durchaus nicht vom Nationalsozialismus vollständig durchseucht. Der größte Schaden, den meine Diözese erlitten hat, ist die seelische Verwirrung, die die Irrlehren der Nazis in den Herzen meiner Gläubigen angerichtet haben. Es wird ein langer und harter Weg sein, den wir zu gehen haben, um das Gemeinschaftsleben in Deutschland wieder aufzubauen. Bei dieser Arbeit des Wiederaufbaues wird die Kirche in entscheidender Weise mithelfen.“
Wo kommen unsere Lebensmittelrationen her?
Wieder Zucker im Kaffee!
Was wir jeden Tag essen, womit wir kochen sollen, das ist heute unsere Hauptsorge. Alles redet vom Essen, aber es ist ein schwacher Trost für uns, daß es in der ganzen Welt so ist und daß weite Teile Europas vom Hunger bedroht sind. Denn in diesem Punkte ist sich jeder selbst der nächste und was der liebe Nachbar ißt, ist ihm gleich, wenn er nur selbst durchkommt. Vom einzelnen aus gesehen ist dieser Standpunkt begreiflich, aber die Sache sieht anders aus, wenn man die Nahrungsmittelversorgung eines Landes wie Tirol mit den Augen der verantwortlichen Regierungsmänner sieht, die auch nicht zaubern können und doch Woche für Woche, Monat für Monat die Hunderttausende von Zentnern Kartoffel, Getreide, Butter, Zucker und Fleisch herschaffen sollen.
Hierbei stellt sich die große, alles beherrschende Frage: Kann sich Tirol denn selbst ernähren? Und was muß getan werden, um alle jene Dinge herzuschaffen, die es bei uns nun einmal nicht gibt? Denn, daß Tirol, ein Land mit schönen Bergen, aber wenigen fruchtbaren Ackern, nicht gerade ein Lebensmittelparadies ist, weiß ein jeder.
Die Gespräche nun, die wir in den letzten Tagen mit den maßgebenden Männern des Landesernährungsamtes führten, haben einen Einblick verschafft, der sehr nachdenklich stimmt und der vor allem die Erkenntnis
Die Regierung General Francos hat diese nahelegt, die allen Tirolern eingebrannt w
den muß: Tirol kann sich nicht selbst ernähren. Die Lage auf dem Ernährungssektor ist ernst. Nicht umsonst appellieren die zuständigen Männer tagtäglich an die gesamte Bevölkerung, Erzeuger wie Verbraucher.
Diese Sorge kennt auch die französische Militärregierung. Herr General Bethouart hat bereits bei seinem Eintreffen in Innsbruck darauf hingewiesen, daß die französische Militärregierung darauf hinwirken wird, einen Austausch und Transport von Waren Tirols nach den Nachbarländern zu erreichen. Auf diese Weise wird es möglich sein, lebenswichtige Mangelwaren in das Land zu bringen. In Kitzbühel hat General Bethouart, wie wir ebenfalls unlängst berichteten, in einer Rede erklärt, daß er überdies Lebensmitteltransporte für Tirol durchführen wird. Obwohl die wirtschaftlichen Verhältnisse in Frankreich selbst äußerst schwierig seien, wird uns Frankreich in dieser Hinsicht behilflich sein.
Ein paar Beispiele aus dem teilweise recht bedrückenden Tatsachenmaterial unseres Ernährungsamtes können folgendes belegen:
Ganz Tirol freut sich, daß es in dieser Periode
wieder ein halbes Kilo Zucker für den Kaffee oder die Mehlspeise, die ein gemachten Beeren oder für die Marmelade auf Brot, je nach Geschmack gegeben hat. Glaubt aber vielleicht einer, daß dieser Zuk