Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.17
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Herausgegeben von den französischen Streitkräften für die österreichische Bevölkerung
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Redaktionelle Einfendungen und Anfragen sind zu richten an Innsbruck, Andreas=Hofer=Straße 4. — Druck: Tyrolia, Innsbruck, Andreus=Hoser=Straße 4
Freitag, 10. Rugust 1945
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Die zweite Atombombe auf Japan
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Es ist kein Zweifel darüber möglich: Ein großer Teil der sogenannten Intelligenz hat zu den eifrigsten Begünstigern und zu den rückhaltlosesten Anhängern des Nationalsozialismus gehört. Warum ist gerade sie, die sich im Besitze aller Bildung wähnte, den Propagandisten der äußersten Unkultur ins Garn gelaufen? Wie wurden so manche Studierte, die sonst wohl mit einer gewissen überheblichkeit auf den „kleinen Mann“ niedersehen, zu rückhaltlosen Bewunderern Hitlers und des Hitler=Kreises, der das Niveau von schlecht erzogenen Hausknechten noch weit hinter sich ließ? Weshalb verfielen diese Skeptiker, die über jede wahre Gläubigkeit ihre Witze machen, so hemmungslos und rettungslos dem Aberglauben an die Zauberkünste des „Führers“?
Diese Tatsache wird wohl zunächst den Schluß nahe legen, daß die von den Lehrkanzeln der Universitäten so gern verkündete und in Kommersreden begeistert eingepaukte Behauptung, die Intelligenz sei die berufene Führerin des Volkes, die Probe auf ihre Richtigkeit nicht bestanden hat.
Gewiß: Die Intelligenz sollte und sie könnte von dem erhöhten Platz, der ihr im gesellschaftlichen und öffentlichen Leben angewiesen ist, denjenigen, die nicht in der Lage waren, sich die wertvollen Bildungsgüter zu erwerben, mit richtigem Ratschlage und mit helfender Tat beistehen. Wenn sie diesen hohen Beruf, den sie sich selbst zumißt, verfehlt, so ist es notwendig, den tieferen Gründen nachzuspüren, aus denen diese bedenkliche soziologische Erscheinung hervorgeht.
Seit Jahrzehnten ist die Klage über die Zustände an unseren Hochschulen zur Anklage gegen ein System geworden, das alles eher als eine richtige Bildung förderte. Wichtiger als der wissenschaftliche Betrieb war auf unseren Universitäten die „nationale Gesinnung“. Es gab nicht wenige Professoren, die sich nur dadurch eine Lehrkanzel eroberten, daß sie ihre mangelnde wissenschaftliche Ausrüstung durch klingende „nationale“ Phrasen ersetzten. Nicht minder verhängnisvoll war die Vernachlässigung der allgemeinen Bildung zugunsten eines auf die Spitze getriebenen Spezialistentums. Der mann“, der auf seinem Steckenpferd alle Reiterkunststücke der Hohen Schule auszuführen vermag, betrachtet nur zu gerne die ganze Welt durch die gefärbte Brille, die er sich
aufgesetzt hat. Weil er etwas versteht, meint er alles zu begreifen und alle Verhältnisse seinem Urteil unterordnen zu dürfen. Weist dieser Wissensstolz nicht die nächste Verwandtschaft auf mit jenem Größenwahn, der soeben die Welt unheilvoll verheert hat?
Man kann sich oft des Eindruckes nicht erwehren, als ob unser höherer Studienbetrieb so beschaffen wäre, daß derjenige, der sich nach zwölf Schuljahren noch seinen gesunden, natürlichen Hausverstand bewahrt hat, geradezu von einem unerhörten Glück reden müßte. Für das gute Gelingen unseres Wiederaufbaues ist es wohl die wichtigste Voraussetzung, daß die Fähigkeit, die Dinge richtig zu sehen und zu beurteilen, auch in den Kreisen unserer Intelligenz wieder hergestellt wird. Das einfache Volk hat sich zum guten Teile diese Fähigkeit bewahrt. Es ist ja kein Zufall, daß während der letzten Jahrzehnte Männer aus dem Bauernstande und aus dem Arbeiterstande sich durch allgemein anerkannte staatsmännische Leistungen auszeichneten. Beim unverbildeten Volke
müssen die Gebildeten wieder jenes gesunde Denken und gesunde Fühlen lernen, das im Verein mit einem gediegenen Wissen tüchtige Leistungen für das Gemeinwohl hervorzubringen vermag. Die Intelligenz darf sich nicht über das Volk überheben: sie muß vielmehr mitten in ihm stehen, um es durch die große Tat des guten Dienstes zu überragen. Hier sind Erziehungsfragen zu lösen, die nicht zu den geringsten Aufgaben zählen, die unser in der nächsten Zeit harren. Es gilt, die echte Bildung vor der Verbildung und damit die Köpfe vor schädlicher Einbildung zu bewahren!
Dr. Anton Klotz.
Guam, 9. August. Heute mittags wurde eine zweite Atombombe, und zwar auf die große japanische Hafenstadt Nagasaki geworfen.
trotz der Nürnberger Gesetze versucht hatte, sie zu bewegen, im Reich zu verbleiben. Sie habe sich jedoch als Österreicherin bezeichnet und niemals als Deutsche.
Angeheure Zerstörungskraft
Die japanischen Berichte über die Wirkung der Atombombe erklären, daß die Zerstörungskraft des Geschosses jeder Beschreibung spottet. Ihre Wirkung erstreckte sich auf ein weites Gebiet. Nach Schätzungen verursachte die Bombe in Ivoshima allein hundertfünfzigtausend Todesopfer. Häuser und Gebäude wurden wie Kartenhäuser zerdrückt. Unter den Opfern der Bombe befindet sich auch der japanische Prinz Rigu. Die Umgegend des Bombeneinschlages wird radioaktiv, so daß die Gegend auf 5 bis 75 Jahre nicht mehr bewohnbar sein wird. Der sapanische Rundfunk fordert die Zivilbevölkerung auf, die Städte sofort zu verlassen.
Die Erzählung des amerikanischen Piloten Oberst Tibbett, der Pilot jener Superfestung, welche die Atombombe abwarf. erklärte: „Aus einem Flug in großer Höhe wurde die Atombombe am Montag früh auf Hiroshima abgeworfen. Es war helles Tageslicht. Die Straßen und Gebäude der Stadt zeichneten sich klar ab. Die Bombe fiel in das Zentrum der Stadt. Im gleichen Augenblick schoß eine mehrere Kilometer hohe Stichflamme empor, die so hell war, daß die Besatzung der Superfestung, trotz ihrer dunklen Spezialgläser, geblendet wurde. Dann folgte ein furchtbarer [Donner und die ganze Stadt verschwand in dichter Finsternis. Was wir danach sahen, war kaum zu glauben. Unterunserhob ssich rasch ein ungeheurer Berg saus schwarzem Rauch. Sonst war nichts zu
sehen. Als dieser Berg fast sieben Kilometer hoch gestiegen war, sahen wir die [Reste der Stadt, auf seiner Spitze in einer Woge brodelnden Staubes tanzen. Dieses Brodeln hielt einige Minuten lang an. Dann schoß aus der Mitte des Rauchberges eine weiße Rauchwolke fast 13 Kilometer hoch auf. Hiroshima selbst war noch immer vollkommen bedeckt, aber als wir abflogen, konnten wir an der ganzen Peripherie ausgebreitete Brände beobachten.
Ein Vergleich des Schreckens
Der englische Generalmajor Jamier erklärte, die Zerstörungskraft von 50 Atombomben würde allen von der Royal Air Force während der fünfeinhalb Jahre in Europa abgeworfenen Bomben an Wirkung gleichkommen.
Flugblätter über Japan
Manila, 9. August (Reuter). Die Luftwaffe der Alliierten warf heute Millionen von Flugblättern über Japan ab, in denen den Japanern die russische Kriegserklärung mitgeteilt wurde. Die vor vier Monaten gedruckten Flugblätter sind als psychologische Waffe gegen die kriegsmüde Bevölkerung gedacht.
Rußland marschiert gegen
Tschungking, 9. August, Die mehr als eine Million starke russische Armee im Fernen Osten trat in der Frühe des heutigen Morgens auf breiter Front zum Angriff gegen die mandschurische Grenze an. Die russischen Operationen wurden unter strengster Geheimhaltung durchgeführt. Der japanische Rundfunk bestätigte die Offensive der Russen.
Heimkehr österreichischer Kriegsgefangener aus Norwegen
Salzburg, 9. August. Am Salzburger Hauptbahnhof traf ein Militärzug ein, in dem sich über 2000 österreicher befanden, die in Norwegen in Kriegsgefangenschaft geraten waren. Zwei Kompanien wurden in Salzburg auswaggoniert, die übrigen Kriegsgefangenen wurden in andere Entlassungslager überstellt.
Der Kommandant von Auschwitz verhaftet
Wien, 9. August. Die Wiener Polizei hat den SS=Sturmführer Ernst Grabner verhaftet. Der Verhaftete war durch mehrere Jahre hindurch Kommandant des Konzentrationslagers in Auschwitz und als solcher für die Ermordung von mehreren Millionen Menschen verantwortlich. Außerdem ist er angeklagt, 2000 Menschen eigenhändig ermordet zu haben. Verhaftet wurde auch Otto Hoffmann, der Leiter des SS=Rasse= und Siedlungshauptamtes in Berlin, der auf der Liste der Kriegsverbrecher steht.
Wahlen in Frankreich am 2.1 Oktober
Paris, 9. August. Der französische Ministerrat setzte die Wahltermine fest. Die Departementswahlen werden am 23. und am 30. September, die allgemeinen Wahlenam 21. Oktober stattfinden. Gleichzeitig mit den allgemeinen Wahlen wird das französische Volk über das Statut, betreffend die neue verfassunggebende Versammlung befragt werden.
Die Ladung wiegt — 1½ Kilo
Ein amerikanischer Sachverständiger gab bekannt, daß die Ladung der Bombe ungefähr eineinhalb Kilo wiegt.
„Revolution der
senschaft“
Petain soll nicht an den Sieg der Deutschen geglaubt haben
Paris, 8. August.
Im Prozeß gegen Marschall Petain wurde Prinz Xavier von Bourboun=Parma als Zeuge vernommen. Er erklärte, Marschall Petain habe im Jahre 1943 geäußert: „Ich bin vom Sieg der Alliierten überzeugt, aber er wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Ich selbst bin ein Gefangener. Ich kann keine Briefe schreiben, die nicht zensuriert werden und mit niemand telephonieren, ohne daß das Gespräch abgehört wird.“
General Picquandart sagte aus, daß ab Juli 1941 der französische Generalstab größtmögliche Depots von Waffen und Ausrüstungsgegenständen anzulegen begonnen habe.
Der Verteidiger Petains verlas einen Brief des Marschalls, in dem er Hitler ersuchte, ihn mit Feldmarschall von Rundstedt, dem damaligen Oberbefehlshaber West, bezüglich der Aufstellung einer neuen Armee in Verbindung treten zu lassen. Hitler habe geantwortet, er verstehe, daß ein Land ohne Armee nicht existieren könnte.
New York, 9. August. „New York Times“ schreibt: „Die Bombe, die auf Hiroshima niederfiel, wurde zweifellos von menschlichen Ohren in einem Umkreis von mehreren 100 Kilometern gehört, aber moralisch hörte sie die ganze Welt. Ihre Möglichkeiten, sich zum Guten oder Bösen auszuwirken, sind so ungeheuer und so vielseitig, daß es Monate dauerk wird, bis unser Geist sich langsam darüber klar geworden ist, denn es ereignete sich nicht nur eine Revolution der Kriegführung, sondern auch eine Revolution der Wissenschaften. Wir müssen annehmen, daß kein Volk den Krieg wünschen kann, wenn es sich darüber klar geworden ist, welche Folgen dieser im Zeitalter der Atombombe haben wird.
Österreichische Wissenschafterin — Mitarbeiterin an der Atombombe
Stockholm, 9. August. Die Wiener Wissenschafterin Frau Dr. Meitner, die durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Atombombe geleistet hat, war früher Leiterin des Kaiser=Wilhelm=Institutes in Berlin. Die heute 67jährige erklärt, daß sie Deutschland im Jahre 1938 verlassen hat, obgleich Hitler
Francois Martin erklärte, Marschall Petain habe im Jahre 1941 wissentlich eine Person von bekannt antideutscher Gesinnung zum Präfekten von Montauban gewählt. Martin habe Petain über die ungünstige Reaktion der Öffentlichkeit auf die Politik der Zusammenarbeit mit Deutschland ständig informiert. Er fügte hinzu: „Im Juni 1941 gab ich in einer öffentlichen Versammlung meinem Glauben an eine eventuelle Niederslage Deutschlands Ausdruck. Petain hörte davon und ließ mir seine herzlichsten Glückswünsche übermitteln.“
Paris, 9. August. Entlastungszeugen, die von der Verteidigung im Prozeß gegen Petain geführt wurden, gaben folgende Tatsachen an: Im September 1941 organisierte das französische Luftwaffenministerium unter starker Förderung Petains ein ausgedehntes Spionagesystem zu Gunsten Großbritanniens. Als die Deutschen im November 1943 über die Demarkationslinie rückten, gab Petain an Admiral Darlan die geheime Weisung, den Kampf gegen die Allierten in Nordafrika aufzugeben. Petain habe die Unterstützung der Deutschen sabotiert, während er immer wieder zum Widerstand gegen die Deutschen ermutigt habe. Ein Geschworener stellte an den Marschall die Frage, ob er freiwillig nach Frankreich zurückgekehrt sei. Petain antwortete: „Ja, aus meinem freien
Willen heraus.“ Zeugen sagten auch aus, daß Petain und seine Umgebung von den Deutschen mit Gewalt zum Verlassen Frankreichs gezwungen wurden, als die Deutschen Frankreich aufgeben mußten. Das Urteil im PetainProzeß wird am kommenden Dienstag gefällt werden.
Englische Kriegslist
Die britische Admiralität gibt bekannt, wie eine Flotte aus hölzernen Kriegsschiffen das deutsche Oberkommando über den Standort der größten britischen Kriegsschiffe irreführte. Die hölzernen Schiffe, ausgestattet mit Türmen aus Holz und Leinwand und hölzernen Geschützen und gefüllt mit leeren Fässern, waren Modelle großer Kriegsschiffe und eines Flugzeugträgers. Sie wurden verwendet, um deutsche Flieger und U=Boote anzulocken. Die Deutschen wurden dadurch zur Ansicht verführt, daß die großen britischen Kriegsschiffe in Scapa Flow lagen, während sie längst anderswo im Einsatz standen.
Keine Kreuze für deutsche Gräber in Dänemark
Der Bund der dänischen Pastoren fordert, daß die Gräber von Deutschen, die in Dänemark ums Leben kamen, weder Kreuze noch
wurden und daß dann im Kriege deutsche Fallschirmjäger über Gegenden absprangen, die sie auf diese Weise kennen gelernt haben.
Die provisorische
von Steiermark
Graz, 9. August. Die von der englischen Militärregierung bestätigte provisorische Landesregierung von Steiermark zählt drei Mitglieder der österreichischen Volkspartei, drei Sozialdemokraten und drei Kommunisten. Landeshauptmann ist der Sozialdemokrat Machhold.
New York, 9. August. Am Dienstag wurde der Plan eines internationalen In
andere Kennzeichen erhalten sollen. In amt= stitutes zum Studium der Ursachen und Bolichen dänischen Kreisen wird daran erinnert, handlung des Krebses entwickelt. Die Pläne daß vor dem Kriege deutsche Soldatengräber bezwecken, die Vereinigung der Praris und
in Frankreich, Belgien und Holland häufig Erfahrung modizinischen Sorscha.
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Frankreich, Belgien und Holland häusig Erfahrung medizinischer Forscher aus Ame n Angehörigen der Hitlerjugend aufgesucht rika und Europa in einem Mittelpunkt.