Tiroler Tageszeitung 1945
Monat:8
- S.23
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Redaktionelle Einsendungen an die Schriftleitung der „C. T.“, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4. — Druck: Trrolia, Innsbruck, Andreas-Hofer-Str. 4
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Washington, 13. August. Die vereinten Nationen haben sich zur Annahme des japanischen Kapitulationsangebotes unter den Bedingungen der Potsdamer Beschlüsse entschlossen. Die von den Vereinigten Staaten an Japan erteilte Antwort, die zugleich den Standpunkt Großbritanniens, Chinas und der Sowjetunion ausspricht, stellt fest, daß das Kapitulationsangebot angenommen wird, vorausgesetzt, daß der Tenno, der Kaiser von Japan, den Befehlen des Alliierten Oberbefehlshabers sich unterstellt. In der Antwort heißt es, „die Alliierten Mächte werden so lange in Japan bleiben, bis die in der Potsdamer Erklärung niedergelegten Ziele verwirklicht sind.“
Eine Erklärung Attlees
London, 13. August. Ministerpräsident Attlee erklärte: Der letzte unserer Feinde hat die Kapitulation angetragen. Die Ereignisse in diesen furchtbaren Tagen bestärken uns in der überzeugung, daß wir beten müssen, damit die Entdeckung, die zur Erzeugung der Atombombe führte, den Frieden zwischen den Nationen gewährleisten möge und daß sie, statt eine maßlose Verwüstung auf der ganzen Welt zu verursachen, zu einer Quelle des Wohlstandes für die Welt werde.
In Erwartung der japanischen Antwort
London, 13. August (Reuter). Nach einer
Die Gefahr der neuen Waffe
London, 10. August (Reuter). Doktor Fisher, der Erzbischof von Canterbury und höchste Würdenträger der anglikanischen Kirche erklärte in einem Interview: „Ich zweifle nicht daran, daß die Nationen in ihrem jetzigen Gemütszustand und ernüchtert durch die Erfindung einer so schrecklichen Waffe diese wirksam bewachen werden, um jeden Mißbrauch für eine lange Zeit zu verhindern. Die drohende Gefahr bleibt bestehen. Schlechte Menschen könnten einmal dieses Werkzeug der Vernichtung gegen die gesamte Menschheit wenden. Doch ein solches Vorgehen bliebe nicht geheim und wird auch nie möglich sein, solange die Nationen im Interesse des Friedens und des zivilisierten menschlichen Lebens vereint sind.
Der „Sprengstoff“ sind die rabioaktiven
Dr. Malcolm Dole, Professor an der Northwestern University, erklärte, daß die durch die Explosion der Atombombe befreiten radioaktiven Strahlen in einem Zeitabschnitt von drei Stunden bis zu einigen Tagen wirksam bleiben. Die Strahlen bedrohen jedes durch die Bombe nicht getötete Lebewesen und alle jene, welche das durch die Explosion verwüstete Gebiet, ohne besondere Schutzmittel anzuwenden, betreten. In einer ebenfalls am Mittwoch herausgegebenen Erklärung des amerikanischen Kriegsministeriums heißt es, daß der Gelehrte, der den durch eine Probebombe in New Mexiko verursachten
japanischen Erklärung von gestern abends ist Krater untersuchte, hierzu einen eigens dazu die japanische Antwort noch nicht festgestellt. ausgerüsteten Tank benützte. Hingegen wies
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scheinlich durch Vermittlung der Schweiz den Mächten zugeleitet werden.
Washington, 13. August. Wie es heißt, wird Präsident Truman selbst die japanische Antwort bekanntgeben, sei es in einer Pressekonferenz oder in einer Rundfunkansprache an die ganze Welt.
Die Stellung des Tenno
London, 13. August. Der diplomatische Korrespondent des „Observer“ erklärt: Die Antwort an Japan sei weniger streng, als man sie in einigen Kreisen erwartet habe. Sie komme der japanischen Forderung beinahe auf halbem Wege entgegen. Sie läßt dem Kaiser die Möglichkeit, Befehle an die japanischen Streitkräfte und an das Volk zu geben und ebenso seine Macht als Herrscher — wenn auch unter Kontrolle des Alliierten Oberkommandierenden — zu gebrauchen. Sie schließt die endgültige Fortdauer der kaiserlichen Dynastie nicht aus, wenn sie das japanische Volk will. Sie fordert nicht die Abdankung des Kaisers und läßt seine Auslieferung als Kriegsverbrecher, die einstmals von einer Geistesrichtung in den Vereinigten Staaten streng gefordert worden war, auf sich
beruhen. Diese Mäßigung wird wahrscheinlich durch den Wunsch diktiert, einen vollkommenen Zusammenbruch der inneren Ordnung im eroberten Japan zu verhindern, wie auch durch die Absicht, weiteres Blutvergießen unmöglich zu machen.
„Sunday Times“ schreibt: In dem übereinkommen, den Kaiser zur Zeit auf jeden Fall auf seinem Thron zu belassen, wird wahrscheinlich sehr viel Klugheit zu finden sein. Die „Göttlichkeit“, die den japanischen Herrscher umgibt, hat übelste Mißbräuche hervorgebracht. Ob der Kaiser selbst zu den Schuldigen gehört, muß noch festgestellt werden. Aber die „Göttlichkeit“, die mißbraucht wurde, kann auch zum guten Nutzen verwendet werden und das dürfte das Hauptmotiv der Alliierten Entscheidung sein.
Die zweite Atombombe noch schrecklicher als die erste
NewYork, 13. August. General Thomas Farrell erklärte, daß die Wirkung der zweiken, auf Nagasaki abgeworfenen Atombombe viel gewaltiger war, als die der ersten. Vergleich zu ihr erscheint die erste Bombe veraltet. Die Herstellung dieser zweiten Bombe, so sagte der General, war leichter.
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sicht
das Kriegsministerium in seiner Erklärung jene Behauptungen zurück, die besagen, daß die nach der Explosion der Atombombe entstehende Radioaktivität jahrelang ihre tödliche Wirkung beibehält.
Neue Möglichkeiten für das Fernsehen
New York, 11. August. Zwei große amerikanische Konzerne geben Pläne für ein System der Fernsehübertragung durch Flugzeuge bekannt, das die Vorteile des Fernsehens durch den Rundfunk Millionen amerikanischer Heime zu erschließen beabsichtigt. Das als „Stratovision“ bezeichnete System stellt eine der Neuerungen dar, die nicht nur möglich, sondern auch finanziell tragbar sein werden. Das System wird wie folgt arbeiten: Ein Netzwerk stratosphärischer Flugzeuge, das sich von der Atlantischen bis zur Pazifischen Küste ausbreitet, wird die Sendungen in einer Höhe von ungefähr 9000 Meter durchführen.
Die bisher gebräuchlichen Ultrakurzwellen der erdgebundenen Sendestation haben nur eine Reichweite von 50 bis 60 Kilometer. Durch Verwendung der Stratosphäre wird die Teilnehmerzahl der einzelnen Sendegesellschaften erhöht und somit eine Verbilligung der Gebühren erreicht werden.
Eine große Anlage in Kanada
Ottawa, 13. August. Der kanadische Minister für Wiederaufbau sagte, daß Kanada an der Kreideküste von Ontario eine Musteranlage zur Herstellung von Materialien für die neue radioaktive Atombombe baut. Diese Anlage wird für das Studium der chemischen und biologischen Vorgänge sowie der Heilanwendung sehr wertvoll sein.
Amerika und Großbritannien
London, 13. August. Der diplomatische Korrespondent des „Observer“ sagt: In Londoner diplomatischen Kreisen herrscht die Meinung, daß die Monopolisierung der Atombombe Großbritannien und die Vereinigten Staaten fester aneinander bindet als je zuvor. Zwei Mächte, welche ein so gefährliches Geheimnis teilen, können es sich nicht erlauben, zu streiten oder abweichende Wege in der Politik einzuschlagen, die auch nur das entfernteste Risiko eines Konfliktes heraufbeschwören könnten. Es ist kaum eine übertreibung, wenn behauptet wird, daß der Beschluß, das Geheimnis zu teilen und zu bewahren, Amerika und Großbritannien zwingt, in ihren auswärtigen Beziehungen wie ein Staat vorzugehen.
Washington, 13. August. Der ReuterBerichterstatter John Walkes schreibt: Sobald die alliierten Armeen die jetzt noch von den Japanern besetzten Gebiete des Pazifik betreten werden, treffen sie ein Ausmaß von Verwüstungen an, das in der Welt nicht seinesgleichen hat. Als Folge der japanischen Plünderung werden im Frieden mehr Menschen sterben, als durch die Waffen der kaiserlichen Armeengetötetwurden. In China allein leben nach einer offiziellen Schätzung hundert Millionen Menschen vollkommen verarmt und in Fetzen. Dazu kommt noch das Problem der Krankheiten. In China entfällt auf 40.000 Menschen nur ein Arzt.
Eine Viertelmillion Amerikaner gefallen
Washington, 12. August. Nach der neuesten Verlustliste der Vereinigten Staaten sind bisher eine Viertelmillion Amerikaner gefallen.
Die Anklagerede im Prozeß Petain
Paris, 13. August. Generalstaatsanwalt Mornet erklärte in seiner abschließenden Anklagerede u. a.: „Der Waffenstillstandsvertrag war ehrlos und vernichtete die gesamte französische Souveränität. Aber es kam noch schlimmer. Eine für die Franzosen aufgestellte Regierung ließ allgemein Zweifel über die
Haltung der Franzosen entstehen. Es entstand der Eindruck, daß Frankreich sich nun endgültig mit dem Zustand der Sklaverei abgefunden hat. Die moralische Wirkung des Waffenstillstandes war seine böseste Seite. Sie befleckte die Ehre Frankreichs.“ Staatsanwalt Mornet beantragte die Höchststrafe wegen Hochverrates. Die Rede wurde mit tiefem Schweigen angehört.
Eröffnung der Salzburger Festspiele
Eine bedeutungsvolle Rede General Clarks Salzburg, 12. August.
In Anwesenheit des Oberkommandierenden der amerikanischen Besatzungszone in österreich General Mare Clark eröffnete heute um 8 Uhr abends Landeshauptmann Dr. Schemmel drei Mongte nach dem Zusammenbruch des Nazi=Regimes wieder die Salzburger Festspiele. Dabei wurde der eigentliche Gründer der Festspiele, Altlandeshauptmann Dr. Rehrl, stürmisch begrüßt. General Clark hielt aus diesem Anlaß eine bedeutungsvolle Rede über die nächsten Schritte zur Erringung der österreichischen Selbständigkeit und Unabhängigkeit in der amerikanischen Besatzungszone. Stürmischer Beifall begrüßte die Ankündigung des Generals, daß die amerikanischen Truppen in Hinkunft in österreich die österreichischen Farben als Erkennungszeichen tragen. Mit Mozarts
„Nachtmusik“ und Weisen aus der „Fledermaus“ wurden die Festspiele eröffnet.
Die Gestaltung der Tiroler
1.
Der Nationalsozialismus und der zweite Weltkrieg als notwendige Folgeerscheinung haben dem Volke fast unheilbare Wunden geschlagen. Jeder Volksteil und fast jeder Zweig der Volkswirtschaft hält sich für den am meisten Geschädigten. Und doch: ist nicht die Jugend am allerschwersten davon betroffen worden? Ich meine gar nicht die Tatsachen, die sich auf dem Gebiete des Unterrichtes ergaben: Fortwährende Unterbrechung des Unterrichtes infolge Kohlenmangels und der ständigen Alarme, Lehrerwechsel, Verlegung der Schulen in Lager und schließlich völlige Stillegung des Unterrichtes haben dazu beigetragen, daß das Lehrziel nicht nur nicht annähernd erreicht wurde, sondern daß die Schüler auf vielen Wissensgebieten um mindestens ein Jahr zurückgeblieben
sind. Nicht minder verhängnisvoll waren die Lehrpläne, die völlig einseitige Erziehung der Jugend und Ausrichtung in weltanschaulicher Hinsicht, die völlige Umwertung aller Werte und Geringschätzung alles dessen, was man früher für heilig gehalten hatte, eine völlige Abwendung vom Religiösen und Vaterländischen, was schon in der peinlichen Vermeidung des altehrwürdigen Wortes Österreich zum Ausdruck kam, die Vergötterung von ganz fremden Idolen, die überschätzung einzelner Zeiten und Persönlichkeiten, die ganz gewiß nicht gerade die glücklichsten für unser Volk gewesen sind, und vor allem die Unterbewertung, um nicht zu sagen Geringschätzung, der eigenen Leistungen, mit einem Worte die Abkehr von Glaube und Heimat. Diese absichtliche Mißachtung
des Wissens und Zurückstellung desselben vor einer scheinbaren äußerlichen Regsamkeit, vor allem im Auftreten und im Bekenntnis zum neuen Staat kommt am besten in einer Außerung selbst von leitender Stelle zum Ausdruck, daß man auf ein formvollendetes Marschieren mehr Wert lege alsbauf allgemeines Wissen. übrigens kam es ja auch gar nicht darauf an, der Jugend hauptsächlich Wissen zu vermitteln; denn man gestand ganz offen ein, daß man die Verlegung der Schulen in Lager und die Trennung der Jugend vom Elternhaus deshalb so begrüßte, um die Jugend allen anderen Einflüssen zu entziehen und sie völlig im neuen Geist zu schulen. Welch traurige Rolle dabei die HI durch die Vergewaltigung aller anders gesinnten Schüler spielte, ist allgemein
bekannt.
Das Ergebnis: schwere Gewissenskonflikte bei der ernsteren, mehr innerlich veranlagten
Gleichgültigkeit, Haß, Unduldsamkeit, überhebung und Großmannsucht bei der übrigen.
Und doch hätten gerade wir am allerwenigsten Ursache gehabt, uns unserer Heimat und vor allem unserer Schule zu schämen. War doch die österreichische Mittelschule seit Jahren als mustergültig in ganz Europa und darüber hinaus berühmt und viele Kommissionen aus dem Auslande haben unsere Einrichtungen studiert und nachzuahmen versucht. Leider war die österreichische Mittelschule in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg. durch fortwährende Reformen nicht immer verbessert worden. Immerhin waren die letzten Lehrpläne vom Jahre 1935 mustergültig, so daß es selbstverständlich ist, daß wir, nachdem wir unsere Freiheit wiedererrungen haben, wieder auf diese Lehrpläne zurückgreifen. Daher verwenden wir auch wieder die alte Benennung und nennen die
Mittelschulen mit ihrem altehrwürdigen Namen Gymnasium, Realgymnasium und Realschule, gewiß Fremdwörter, die aber durch Sprachstudium bedingt und sich bei uns eingelebt haben und uns wohl auch geläufiger klingen als die Bezeichnung Oberschule für „Jungen“
Nach den Lehrplänen des Jahres 1935 ist der Zweck der Mittelschule: „Ihren Schülern eine höhere allgemeine Bildung zu vermitteln, die sie zugleich zum Studium an der Hochschule befähigt. Die Mittelschulen sollen die sittlichen, geistigen und körperlichen Kräfte der ihnen anvertrauten Jugend entwickeln und die jungen Menschen zu sittlichem, religiösem, vaterländischem und sozial volkstreuem Fühlen, Denken und Handeln erziehen.“ Diese Leitsätze sind durch die Ereignisse der letzten Jahre keineswegs veraltet oder erschüttert worden. In jenen Fällen, in denen sich eine sofortige Umstellung auf den Lehrplan vom Jahre 1935 nicht durchführen läßt, müssen übergangsbestimmungen eintreten. Eine Umänderung in der Hinsicht, daß der 1935=Lehrplan nur in den ersten
Klassen eingeführt, die anderen Klassen nach dem alten Lehrplan als auslaufende Klassen, weitergeführt werden, ist schon deshalb ausgeschlossen, weil der Lehrplan in vielen Gegenständen, wie z. B. in der Muttersprache, in Geschichte, Naturgeschichte und Turnen sofort umgestellt werden muß. Dr. Manfred Mumelter. — Landesschulinspektor.
Bauern, abliefern heißt Beseitigung des furchtbaren Hitlererbes: „Hungert“